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Wenn man merkt, dass es auch ohne einen gut läuft


Heute war ich mit einer Kollegin unterwegs.

Allein dieses Wort mag ich ja schon. Kollegin.

Es klingt nach Augenhöhe. Nach flachen Strukturen. Nach gemeinsam und nicht nach oben–unten.


Genauer gesagt waren wir bei einer Vorstandspräsentation.

Und bevor es losging, habe ich – wie so oft – gewartet.


Sie hat da ihr ganz eigenes Uhrwerk.

Einmal das Auto.

Einmal die Tochter.

Einmal irgendetwas, das ich nicht ganz mitbekomme.

Und weißt du was? In diesem Fall habe ich nicht einmal wirklich zugehört.


Das ist ungewöhnlich für mich.

Denn wer mich kennt, weiß: Ich höre gerne zu. Und meistens auch gut.

Zuhören heißt für mich nicht nur, die Worte wahrzunehmen.

Sondern den Raum dazwischen.

Die Zwischentöne.

Die Pausen.

Das, was nicht gesagt wird.


Deshalb lege ich bei Gesprächen oft mein Handy weg.

Oder lasse es gleich am Schreibtisch liegen, wenn ich in ein Meeting gehe.

Beruflich oder privat – macht keinen Unterschied.

Zuhören ist für mich ein Zeichen von Respekt.

Und von Präsenz.

Ein stilles „Du bist gerade wichtig“.


Aber zurück zum Thema.


Wir waren also zu zweit bei dieser Präsentation.

Nicht, weil ich das nicht auch alleine könnte.

Sondern weil ich das – zumindest bei kleineren Dingen – in Zukunft gar nicht mehr will. 😉


Und genau deshalb waren wir zu zweit.


Denn was sie nicht weiß – und das ist fast ein bisschen schön so –:

In Zukunft macht sie das.

Sie übernimmt.

Sie präsentiert.


Und sie macht das gut.

Wirklich gut.


Ohne überheblich zu sein.

Ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Klar. Ruhig. Präsenz ohne Lautstärke.


Und ja – ich bin stolz.

Auf sie.

Und auf die Zukunft, die da leise anklopft.


Beides habe ich ihr noch nicht gesagt.

Vielleicht sage ich es irgendwann.

Vielleicht auch nicht.

Manche Dinge dürfen erst einmal einfach nur stimmen.


Nebenbei: gut, dass sie nicht weiß, dass ich diesen Blog schreibe.

Denn sonst würde sie diese Zeilen jetzt lesen. 😉

Und das würde dem Ganzen ein bisschen die Leichtigkeit nehmen.


Die Präsentation selbst ist übrigens gut gelaufen.

Sehr gut sogar.

Und das – fast – ohne meine Wenigkeit.


Was ich noch mache?

Ich schreibe die Präsentation für nächste Woche.

Deshalb sitze ich jetzt vor dem Computer.

Und sie ist bei ihrer Familie.


Gut so, sage ich.

Gut so.


Und gut so, dass ich nächste Woche keine Präsentation führe.

Das weiß allerdings bis jetzt nur ich.


Ich sag, wie’s ist:

Gut so. 😉

 
 
 

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