top of page

Ab 13 freigegeben. 1 Stunde 42 Minuten


Ich bin noch krank. Ja, so ist es.

Die Gedanken sind träge, und mein Körper fühlt sich an wie eine alte, knarzende Tür, die man nicht zu fest bewegen sollte.

Und vielleicht ist das genau der richtige Zustand, um Filme zu sehen, die keine Preise gewinnen wollen – und auch keine gewinnen werden.


Zuerst zu den Nebensächlichkeiten, damit wir das aus dem Weg haben: Der Film ist aus 2022, dauert eine Stunde und zweiundvierzig Minuten, und er ist ab 13 Jahren freigegeben.

Er spielt in Australien, es geht um Wein, und mittendrin – wie sollte es anders sein – eine Liebesgeschichte.


Schöne Bilder, leicht wie ein Sommerwind, Szenen, die sich so mühelos entfalten wie ein Glas Chardonnay am Nachmittag.

Die Handlung? Kitschig. Einfach.


Natürlich wusste ich nach zehn Minuten, wie sich alles entwickeln würde – wer wen lieben wird, wer sich streitet, wer sich versöhnt.

Ich kann das einfach, wie eine seltsame Gabe, die einem zwar keine Lottozahlen voraussagen lässt, aber dafür jeden Netflix-Abend vorwegnimmt.


Aber all das – die Kritik, die Story, die Vorhersehbarkeit – ist völlig nebensächlich.

Denn heute war dieser Film genau das, was ich gebraucht habe.

Keine hochtrabenden Dialoge, keine komplizierten Twists, keine schwere Kost.

Nur eine warme, weiche Decke aus Bildern, die sich über mich legte und sagte:

„Hier. Ruh dich aus. Denk heute nicht zu viel.“


Manchmal passt die Stimmung eines Films zu deiner eigenen wie zwei Puzzleteile, die schon lange darauf gewartet haben, gefunden zu werden.

Ich habe gemerkt, wie meine eigene Müdigkeit sich mit den ruhigen Landschaften Australiens verband, wie meine Sehnsucht nach Einfachheit in den klaren, vorhersehbaren Szenen aufging. Das war keine große Liebe zum Kino, kein intellektueller Anspruch – sondern ein leises, warmes „Das tut mir gerade gut.“


Vielleicht kennt ihr diese Tage, an denen das Leben anstrengend wirkt, ohne dass ein konkreter Grund da wäre.


Alles ist irgendwie zu laut, zu komplex, zu scharf gezeichnet.

Und dann kommt da ein Film, der alles weichzeichnet – wie ein Filter, der nicht beschönigt, sondern einfach nur sagt: „Lass los.“

Heute war genau so ein Tag.


Ich glaube, es geht nicht darum, wie komplex oder „anspruchsvoll“ etwas ist.

Es geht darum, ob es passt.

Ob es dich dort abholt, wo du gerade bist – und sei es krank auf der Couch, mit Tee in der einen Hand und Taschentüchern in der anderen.

Vielleicht geht es im Leben manchmal gar nicht darum, ständig das Beste oder das Größte zu wollen.

Vielleicht reicht es, wenn sich zwei Stimmungen begegnen, die perfekt miteinander harmonieren – für einen Moment, für einen Abend.


Heute war dieser Film mein kleiner Gegenpol zu meiner eigenen Unruhe.

Ein Platzhalter für alles, was ich gerade nicht brauche.

Nur eine Geschichte, die mich "mitgenommen" hat, ohne mich zu fordern.


Und ich sag’s, wie’s ist:

Heute ist der ganze Text ein „Ich sag, wie’s ist“ – nicht mehr und nicht weniger.

 
 
 

2 Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
Nina
28. Sept. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Hallo mein Guter! Ja so ein Netflix Sonntag hat was. Übrigens hab mich letzte Woche mit Lisa getroffen, wollen wir wieder mal alle zusammen kochen? Oder eher du ;-) Melde dich! Liebe Grüße Nina

Gefällt mir
Christoph
30. Sept. 2025
Antwort an

Ja für die Damen kochen....eine meiner vielen unsagbaren Qualitäten ich weiß.😂 Ihr kennt mich nur so...verständnisvoll zuhörend und kochend....dann fragt mal an anderer Stelle nach😀😂😉

Gefällt mir
bottom of page