Heute kann mich alles mal.
- Christoph

- vor 3 Tagen
- 1 Min. Lesezeit

So bin ich aufgewacht.
Keine Ahnung warum.
Es gibt solche Tage.
Alles. Inklusive die Welt.
Ich bin auf Krawall gebürstet aus Träumen aufgewacht,
an die ich mich nicht einmal erinnern kann.
Und es ist sofort da.
Dieses Gefühl, dass heute alles reicht.
Das Telefon klingelt.
Ich schau drauf.
Lass es liegen.
„Was will die Person schon wieder…“
Drei Minuten später:
Der Schraubverschluss geht nicht auf. Natürlich nicht.
Ich dreh.
Noch einmal.
Noch fester.
Nichts.
Ich werd irre.
Durchatmen.
Geht nicht.
Weiter.
Wasser aufdrehen.
Zu heiß.
Natürlich.
Kurz nicht aufgepasst.
Zack.
Fast verbrannt.
Super.
Weiter.
Ampel.
Rot.
Sonntag.
Vormittag.
Keine Sau da.
Und diese Ampel steht einfach auf Rot.
Wie lange bitte?
Ich steh.
Ich warte.
Ich schau.
Ich versteh’s nicht.
Weiter.
Ein Geräusch.
Zu laut.
Ein Blick.
Zu lang.
Ein Gedanke.
Zu viel.
Alles zu viel.
Ich bin heute überall drin. Überall kurz davor.
Überall genau an dieser Kante.
Ein falsches Wort. Ein falscher Moment.
Und ich wär gegangen.
Nicht laut.
Aber genau so, dass es reicht.
Und dann…
Stille.
Keine Ampel.
Kein Wasser.
Kein Telefon.
Kein Blick.
Gar nichts.
Und das Irre daran:
Das ist alles nicht passiert.
Ich habe mit niemandem gesprochen.
Ich war nur kurz im Wald.
Keine Menschen. Kein Gespräch. Nur ich.
Nicht einmal das Telefon abgehoben.
Außer einmal. Meinen Bruder. Geburtstag.
„Alles Gute.“
Das war’s.
Und eigentlich… war das ein guter Tag.
Weil ich mit meiner völlig grundlosen, ohne Anlass daherkommenden Stimmung
niemanden erwischt habe.
Ich sag, wie’s ist:
Heute hätte es jeden treffen können.
Gut, dass heute niemand da war.



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