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Babyöl, Batterien & andere Supermarkt-Märchen


Alles beginnt so harmlos. Bei mir ja immer.

Aus einer simplen Frage kann in meinem Leben problemlos ein kleines Abenteuer entstehen.

„Ich geh schnell in den Supermarkt, soll ich etwas mitbringen?Antwort: „Ja, bring bitte ein Babyöl mit!" Ich: „Hee? Babyöl im Supermarkt?“„Ja, ja – gibt’s dort. Eh nur eine Marke, kannst dich nicht vergreifen.“

Na gut, denk ich. Leichteste Übung.

Also ab in den Supermarkt. Ich bin normalerweise eh froh, wenn mich dort nicht sofort jemand anspricht – passiert ja selten. Außerdem gilt im Supermarkt für mich Motto: Christoph, zweiter Vorname: Checker.

Also finde ich die Abteilung mit den Pflegeprodukten auch sofort.

Nur: Kein Babyöl.


Also suchen. Nach fünf Minuten finde ich endlich ein menschliches Wesen, "allerdings" einen Lehrling. Und ich denke mir: Lehrling und Babyöl? Riskant. Frag lieber eine Frau. Verkäuferin. Am besten eine über 30, die kennt Babyöl mit links.


Also weiter durch die Gänge – und da seh ich sie. Ungefähr 30, sehr kompetent wirkend. Jackpot.


Ich, höflich wie immer:

„Entschuldigen Sie, wo finde ich Babyöl?“

(Und ich ertappe mich dabei, dass ich wieder Storytelling mache. Warum gerade ich, wieso im Supermarkt.... Interessiert eh niemanden.)

Sie: „Da erwischen Sie mich am falschen Fuß. Ich bin heute den ersten Tag in dieser Filiale.“

Aha. Kurz überlegt, ob ich einfach rausgehe und ein neues Leben beginne.


Ich: „Tja, ich war schon bei den Pflegeprodukten. Viel Auswahl. Kein Babyöl.“

Sie, sehr dienstbeflissen: „Na kommen Sie mal mit, vielleicht haben Sie es übersehen und wissen doch gar nicht, wie Babyöl aussieht!" Ich: „Also… ich stelle mir eine Flasche vor… mit Babyöl drinnen… und drauf steht Babyöl.“

Sie ignoriert mich, was ich fast schon schätze, und wir stehen wieder vor dem Regal.

Nach drei Sekunden:

„Sie haben recht. Kein Babyöl.“

In diesem Moment biegt der Lehrling um die Ecke. Man ahnt es...

Er strahlt wie jemand, der gerade die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest gefunden hat. Mit Sicherheit Lehrling des Monats.


Lehrling: „Vielleicht kann ich helfen?“

Die Verkäuferin: „Wir suchen Babyöl.“

Ich: „Naja, ICH suche. Nicht WIR.“


Kurze Verwirrung.

Dann der Satz, der mein Leben veränderte:

Lehrling: „Babyöl gibt’s bei der Kassa.“

Ich: „Ernst?“

Er: „Ja klar!“


Ich: „Die Logik entzieht sich meiner Kenntnis.“

Verkäuferin: „Was? Welche Logik, versteh den Satz nicht?“

Ich: „Egal.“

Lehrling: „Gleich bei der Kassa, neben Batterien und Klebstoff… Baby-Utensilien.“

Ich überlege kurz, ob ich die Frage stellen soll:

Warum steht Babyöl neben Klebstoff und wie heißt der Produktmanger der zu viel Drogen konsumiert?

Entscheide mich aber aus Selbstschutz dagegen.

Die Verkäuferin verabschiedet sich übrigens genau da mit einem liebevollen „Schichtende!“ und lässt mich mit dem Lehrling und meiner Ratlosigkeit zurück.


Also ab zur Kassa.

Und da stand es wirklich: Babyöl.

Nebenbei fragt mich der Mann als ich zum Zahlen dran komme.

"Das Babyöl gehört auch Ihnen?"

Meine Antwort war ausnahmsweise kurz und knapp:

"Aber wie es mir gehört..naja eigentlich nicht mir...."

So einfach kann’s gehen – wenn man nicht vergisst, was man ursprünglich kaufen wollte.

Und ja… es war tatsächlich die einzige Marke.

Man kann sich nicht vergreifen.


Ich sag wie’s ist:

Ich bin ein Checker. 😂 Einfach war’s trotzdem nicht. Aber ich habe das Babyöl besiegt.

 
 
 

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