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Gang 4. Blutrot. Ich wars.

(Warum ich ab jetzt nur noch Gemüse in Schutzverpackung kaufe.)

Es war mal wieder einer dieser Tage, an denen man denkt: Was soll schon passieren?

Ich war im Supermarkt.

Mission: Zutaten für eine neue Panini-Kreation.

Kein 08/15-Snack, sondern ein echter Prototyp – der Elon Musk unter den belegten Broten.

Das Herzstück: eingelegte, getrocknete Tomaten.

Aus dem Glas.

Weil: Wer will schon 48 Stunden Tomaten im Ofen trocknen, wenn man das Abenteuer für 3,49 € fertig kaufen kann?


Ich hätte es wissen müssen.

Supermarktregel Nr. 1: Wer keinen Einkaufswagen nimmt, bittet das Universum um Ärger.

Und wie Murphy’s Law so will – ich greife, ich balanciere, ich verliere.

Plopp.

Dieses eine Geräusch, das in jeder Filiale sofort Panik auslöst: Glas auf Fliesen.

Davor: Stille.

Danach: Tomaten-Apokalypse.


Ich schwöre, Mitarbeiter:innen hören diesen Sound und lösen einen unsichtbaren Fluchtplan aus.

Ich drehe mich um – eben standen noch drei in der Nähe – jetzt: nichts.

Nur ich. Und der Geruch von mediterraner Niederlage.


Ich zur Kassa:

„Ähm… ich hab ein Glas Tomaten fallen lassen.“

Die Kassiererin, völlig unbeeindruckt: „Ja ja…“ drückt auf einen Knopf

Eine Stimme aus dem Lautsprecher: „In Kürze wird eine weitere Kassa geöffnet.“

Ich: „Nein… keine zweite Kassa. Eine Reinigung wäre vielleicht besser.“

Sie: „Dafür hab ich keinen Knopf.“


Ich: „Na dann – wo ist Besen und Schaufel? Ich mach das.“

Sie: „Das geht nicht.“

Ich: „Wieso? Trauen Sie mir das nicht zu?“

Sie: „Erstens muss das jemand von uns machen. Zweitens… naja… im Anzug?“

Ich: „Soll ich mich umziehen fahren?“


Dann: Funkstille.

Es dauert.

Und zwar lange.

Zehn Minuten.

Zur Stoßzeit versteht sich – offenbar hatten ALLE gleichzeitig Pause.


Dann taucht einer auf: „Ups… was machen wir jetzt?“

Ich: „Aufwischen? Wegkehren?“

Er, eher zu sich selbst: „Hmmm… wo ist eigentlich der Besen? Ich frag mal Sabine… aber die ist in Pause.“

Ich: „Ach so… verstehe. Sabine hört in der Pause nichts, beantwortet keine Fragen. Vielleicht kann sie deuten?“


Er verschwindet, kommt fünf Minuten später mit Besen und Schaufel zurück.

„Ich mach das selber“, sagt er.

Ich geh weiter einkaufen.


An der Kassa dann gefühlt 100 Leute vor mir.

Ich zur Kassadame: „Können Sie jetzt bitte den Knopf drücken? Jetzt würde es passen.“

Den Panini-Prototyp?

Mache ich morgen.

Heute hatte ich schon genug Innovation.


Ich sag, wie’s ist:

Ab jetzt gibt’s Tomaten nur noch frisch.

Oder im Karton.

Oder ich erfinde die erste bruchsichere, leistbare Glasverpackung der Welt – und nenne sie „Christoph-Sicher“.

 
 
 

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