Bruderherz.
- Christoph

- 23. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit
(Heute geht’s um Familie. Also nicht alle.)

Freunde, Freunde, Freunde…
Heute möchte ich über meinen Bruder sprechen.
Also: einen davon.
Ich hab ja zwei.
Aber der heutige Text gilt dem einen.
Dem… wie soll ich sagen…
Ausnahmetalent.
In alle Richtungen.
Ein bisschen Vogel.
Deutlich Papnase 😀
Und ganz klar: Knalltüte –
(wobei „Knalltüte“ eigentlich für immer vergeben ist.)
Wir lassen das so stehen.
(Wer mich kennt der weiß, bei mir sind das Ausdrücke der Hochachtung,
wenn´s auch nicht ganz so klingt!!!!)
Es hat, ich rechne mal kurz,
rund 50 Jahre gebraucht, um ihn ansatzweise zu durchschauen.
Denn:
Bei ihm gibt’s den Satz „geht nicht“ nicht.
Was auf den ersten Blick beruhigend klingt,
aber in der Praxis… nun ja…
sagen wir:
abenteuerlich.
Wenn er etwas wirklich nicht machen will –
aus welchen Gründen auch immer –
dann kommen die kreativsten, schrägsten und teilweise physikalisch nicht überprüfbaren Erklärungen, warum es diesmal leider gar nicht geht.
Und trotzdem – und das ist das Wunderbare –
würde ich ihn mit einem einzigen Adjektiv beschreiben,
dann wäre es:
liebevollhilfsbereit.
Hätte ich mehrere Adjektive zur Verfügung,
würde es den Text sprengen.
Denn glaubt mir:
Ich hab mit ihm Dinge durchgefochten im Leben.
Gute. Schlechte. Und komplett absurde.
Aber er war da.
Immer.
Na gut – außer, wenn’s mal wirklich nicht ging.
Aber dann gab’s, wie gesagt, Begründungen – die so abenteuerlich waren, dass man sich am Ende mehr über die Erklärung gefreut hat, als über die mögliche Hilfe selbst.
Und dann gibt’s da noch dieses ganz eigene Verhältnis zu Zahlen.
Wenn mein Bruder sagt:
„100.“
– dann sind es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit:
50.
Oder 30.
Oder auch 140.
100 Grad?
Sind handwarm.
100 Meter?
Sind eine kleine Weltreise.
100 Prozent?
Sind eher 73, mit großzügigem Toleranzbereich.
aber alles halb so schlimm!
Und ich?
Ich gebe natürlich nach außen hin recht.
Und ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich seine 100 verteidige – sogar mit den abstrusesten Argumenten, (was ich, zugegeben, sehr gut kann) warum das alles schon irgendwie so gemeint war und richtig ist.
Wir einigen uns dann irgendwann – ganz still, unter vier Augen –
dass die 100 vielleicht nicht ganz gestimmt haben.
Ohne, dass wir jemals darüber sprechen.
Er lebt nach seinem eigenen Maßstab.
Hat einen ganz eigenen Bruder-Faktor.
Er ist ein Mix aus Herzlichkeit, Tempo und: „Des geht scho.“
Was übersetzt bedeutet:
Jetzt hudeln wir halt ein bissl – und dann ist eh wieder gut.
Und wenn nicht?
Dann einfach schnell-schnell: nächstes Thema.
Und wisst ihr, was mich am meisten beeindruckt?
Der fällt.
Und ich meine das buchstäblich.
Mehrmals.
Vom Fahrrad.
Von der Leiter.
Vom Vertrauen.
Vom Wochenende direkt in den Montagswahnsinn.
Aber:
Der steht einfach auf.
Einfach auf.
Einfach auf.
Einfach auf.
Ich kann’s nicht genug sagen.
Keine große Show.
Kein langes Hadern.
Manchmal mit Pflaster,
manchmal mit Witz –
aber immer mit Haltung.
Er versteht übrigens nicht ganz, was ich da so mache.
Was mein Job ist.
Wie man einen Blog schreibt.
Oder warum man freiwillig über Menschen Texte verfasst,
die einem sowieso ständig auf der Nase herumtanzen.
Aber dann sagt er:
„Wenn der Christoph das macht, dann wird das schon seine Richtigkeit haben.“
Und damit ist alles gesagt.
Er wird diesen Text hier niemals lesen.
Wirklich nicht.
Nicht aus Unfreundlichkeit.
Er hat einfach keine Zeit.
Oder vergisst’s.
Oder versteht nicht ganz, wo er klicken muss.
Oder sitzt gerade am Traktor oder keltert Wein...oder ich weiß nicht was alles...
Oder denkt, das ist was, wo man sich anmelden muss.
Oder... ist ja auch völlig egal.
Es ist mein Gedanke.
Und der darf auch einfach mal so raus.
Ich sag, wie’s ist:
Ich hab ihn ganz viel lieb.
Und wenn ich’s mir aussuchen könnte –
einen Bruder:
genau den wieder.🤗
(übrigens hat er auch eine großartige Frau an seiner Seite…!!!)
Und wenn Euch irgendwann irgendwo mal ein Bürgermeister fehlt –
ich hätte da jemanden.
Naja… oder so ähnlich.



Wow, wie schön geschrieben.
Dein Bruder Schein der Hammer zu sein….!