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Der schönste Anfang hat nur zwei Worte


Es gibt zwei Worte,

die leise daherkommen, fast unscheinbar.

Und doch haben sie die Kraft, einen ganzen Tag zu verwandeln –

manchmal sogar ein ganzes Leben,

wenn sie im richtigen Moment gesagt werden.

Wie ein winziger Funke, der reicht, um Dunkelheit zu vertreiben.


Diese Worte sind wie ein Schlüssel,

der Türen öffnet, von denen du gar nicht wusstest, dass sie verschlossen sind.

Sie schaffen Verbindung,

ziehen uns aus der Einsamkeit zurück ins Wir,

und sie tun das, ohne laut, ohne spektakulär zu sein.


Ich habe es erlebt:

Ein kleines Kind steht am Eingang einer Bäckerei,

die Augen groß wie frisch aufgespannte Segel,

und mustert mich, als würde es prüfen, ob ich Freund oder einfach nur ein weiterer Mensch in Eile bin. Und dann sage ich diese zwei Worte –

leise, warm, mit einem Lächeln.

Im selben Moment blitzen die Augen auf,

als hätte ich ihm ein winziges Geschenk gemacht,

eins, das man nicht einpacken kann.


Oder dieNachbarin,

die man eigentlich nur vom Vorbeihuschen kennt.

Immer beschäftigt, immer irgendwie unterwegs.

Du erwischst sie, wie er gerade aus dem Haus tritt,

die Stirn in Falten, vielleicht gehetzt, vielleicht einfach nur müde.

Ein kurzer Blickwechsel, zwei kleine Worte –

und plötzlich hellt sich ihr Gesicht auf,

als hätte jemand unbemerkt den Dimmer im Raum hochgedreht.


Und dann gibt es noch diese besonderen Momente,

die sich nicht im Vorbeigehen ergeben,

sondern ganz still sind, fast zerbrechlich.


Ein alter Mann sitzt allein auf einer Parkbank,

die Hände tief in den Manteltaschen vergraben,

die Schultern so weit nach vorne gezogen,

als würde er versuchen, sich vor der Welt zu verstecken.

Du gehst vorbei,

unsicher, ob er überhaupt merkt, dass du da bist.

Doch als du diese zwei Worte sagst,

hebt er langsam den Kopf,

und für einen Augenblick blitzt etwas in seinem Blick auf –

vielleicht Dankbarkeit,

vielleicht einfach nur das Gefühl, gesehen zu werden.


Und dann am Flughafen.

Menschen eilen wie Ameisen durcheinander,

die Lautsprecherstimme überschlägt sich fast,

weil mal wieder jemand zu spät dran ist – diesmal du.

Du kommst am Gate an,

außer Atem, ein bisschen verschwitzt,

die Boardkarte halb zerknittert in der Hand.

Die Frau am Schalter sieht dich an –

gestresst, genervt, bereit, den nächsten Vortrag über Pünktlichkeit zu halten.

Und du schaust sie an,

weich, offen, fast entschuldigend,

und sagst nur diese zwei Worte.

Es ist, als würde ein Knoten platzen.

Ihre Stirn glättet sich,

die Schultern sinken einen Hauch nach unten,

und plötzlich wirkt der Moment leichter.

Nur, weil jemand daran gedacht hat, nicht nur die Karte hinzuhalten,

sondern auch ein Stück Menschlichkeit.


Diese Worte wirken wie Sonnenstrahlen,

die sich durch die Ritzen grauer Wolken schieben.

Sie kosten nichts,

und doch sind sie unbezahlbar.

Sie verändern nichts an der Welt da draußen,

aber sie verändern, wie du die Welt betrittst.

Und das ist manchmal alles, was zählt.


Es sind keine Worte, die man sich lange überlegen muss.

Man kann sie im Vorbeigehen sagen,

zu jemandem, den man liebt,

oder zu jemandem, den man nie wiedersehen wird.

Und doch können sie ein Lächeln pflanzen,

das noch lange nachwirkt,

wie eine Melodie, die im Kopf bleibt,

selbst wenn die Musik längst verklungen ist.


Und diese zwei Worte?

So einfach, dass man sie fast übersieht:


„Guten Morgen.“


Ich sag, wie’s ist:

Manchmal steckt in genau diesen zwei mehr Wärme

als in allem, was der Tag danach noch bringen kann.

 
 
 

1 Kommentar

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Flavia
13. Sept. 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ja so startet man gut in den Tag. Und ich wundere mich manchmal warum du jeden Tag so gut drauf bist in der Früh.

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