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Ist die Macht mit dir – oder in dir?



Es gibt Filmsätze, die verschwinden so schnell wie Popcorn nach dem Vorspann.

Und dann gibt es diese wenigen Sätze, die Jahrzehnte überleben.


„Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann." „Houston, wir haben ein Problem.“

Oder dieser:

„Möge die Macht mit dir sein.“

Ein Satz aus dem Universum von Star Wars.

Ein Satz, der so einfach klingt, dass man ihn fast übersieht.

Und gleichzeitig einer dieser Sätze, über den man plötzlich nachdenkt.

Vor allem dann, wenn man – wie ich – irgendwo sitzt und sich fragt:


Von welcher Macht reden wir hier eigentlich?


Im Universum von Star Wars ist die Erklärung relativ klar.

Die Macht ist laut Obi-Wan Kenobi ein Energiefeld.

Etwas, das alle Lebewesen miteinander verbindet.

Sie umgibt uns.

Sie durchdringt uns.

Und sie hält die Galaxie zusammen.


Das klingt zuerst ein wenig nach Science-Fiction.

Oder nach sehr guter Drehbuchpoesie von George Lucas.

Aber je länger man darüber nachdenkt, desto mehr merkt man:


Der Satz funktioniert auch außerhalb einer weit entfernten Galaxie.

Denn wenn jemand im echten Leben sagt:


„Die Macht ist mit dir.“


Dann meint er selten ein unsichtbares Energiefeld. Er meint etwas anderes.


Manchmal meint er: Mut.

Manchmal meint er: Selbstvertrauen.

Manchmal meint er: Einfluss.


Oder einfach diesen schwer erklärbaren Moment, in dem Dinge plötzlich funktionieren.

Interessant ist dabei eine andere Frage.


Ist die Macht mit dir? Oder ist sie in dir?


Denn das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Wenn sie mit dir ist, klingt das wie ein Begleiter.


Etwas, das dich unterstützt.

Etwas, das dir manchmal hilft.


Vielleicht auch etwas, das dich verlässt, wenn du gerade besonders überzeugt bist, dass du sie brauchst. Wenn sie aber in dir ist, dann wird es plötzlich ernst.


Dann bedeutet dieser Satz nämlich:

Du bist verantwortlich.

Für deine Entscheidungen.

Für deine Worte.

Für das, was du aus Möglichkeiten machst.


Und plötzlich wird ein Satz aus einem Science-Fiction-Film ziemlich philosophisch.


Denn Macht ist im echten Leben selten spektakulär.

Sie hat kein Lichtschwert.

Sie macht keine Geräusche.

Sie hebt auch keine Raumschiffe aus Sümpfen.

Macht im echten Leben ist oft viel unscheinbarer.


Sie zeigt sich darin, wie man mit Menschen umgeht.

Wie man entscheidet.

Wie man zuhört.

Oder auch darin, wann man einfach still bleibt.


Vielleicht ist das auch der Grund, warum dieser Satz aus Star Wars:

Episode IV – A New Hope seit fast fünfzig Jahren überlebt hat.


Weil jeder ein bisschen spürt, dass darin mehr steckt als nur Science-Fiction.

Dass dieser Satz eigentlich eine Erinnerung ist.

Eine Erinnerung daran, dass wir alle Einfluss haben.

Nicht über eine Galaxie.


Aber über unser Verhalten.

Über unsere Worte.

Über die Art, wie wir mit der Welt umgehen.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe.


Die Macht ist nicht etwas, das Jedi besitzen.

Die Macht ist etwas, das jeder Mensch hat.


Nur eben unterschiedlich.

Manche nutzen sie, um andere kleiner zu machen.

Andere nutzen sie, um Dinge besser zu machen.


Ich sag wie’s ist:

Wenn man diesen Satz heute hört, „Möge die Macht mit dir sein“ dann klingt das fast wie ein Wunsch. Nicht für Stärke. Nicht für Kontrolle.


Sondern für etwas viel Einfacheres.

Dass jemand seine Macht klug benutzt.

 
 
 

2 Kommentare

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Moni (Rosi)
13. März
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Macht geht nie ohne Verantwortung. Und jeder von uns hat Macht, wir vergessen es nur zu gern bzw geben sie gern ab - bzw. Die Verantwortung.

Und zwar für und über das eigene Leben. Wir haben die Macht es so zu gestalten, wie wir es uns wünschen, wir haben die Macht (und vor allem Verantwortung) für unsere Gesundheit. Aber der moderne Mensch ist leider faul. Macht bedeutet immer auch etwas selbst tun zu müssen, nicht einfach alles an einen anderen abgeben damit man es bequemer hat.

Leider unterstützt die moderne Gesellschaft genau diese Unselbstständigkeit / Machtlosgkeit. Denn diese Menschen sind leichter zu führen und zu manipulieren.

Dennoch hat jeder Einzelne von uns jeden Morgen wieder die Chance sich seiner eigenen…

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Christoph
13. März
Antwort an

Doch macht geht auch ohne Verantwortung zu übernehmen! Ich kenn da einen der lebt wie die gleichnamige Comic-Figur (der mit den 3 Neffen) aus Mickey Mouse...nur haben den seine Taten nicht so viel Auswirkung auf die gesamte Welt, wie die von dem der über dem großen Teich jeden Tag einen draufsetzt...ohne Verantwortung uns sichtlich auch ohne Konsequenzen.

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