Wenn Pflicht und Freunde sich treffen
- Christoph

- 4. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Heute war dieser Samstagabend. Wind draußen, ich noch halb unmotiviert, und die Couch im Hinterkopf wie ein warmer Magnet. Ich hatte mir vorher selbst ein Ultimatum gesetzt: „Zurück um 21 Uhr.“ Ein winziger Leuchtturm inmitten meines Samstagsdilemmas.
Zum Essen verabredet.
Als ich ankam, waren die Menschen, mit denen ich mich treffen wollte, schon da. Sie hatten gewartet, und ich fühlte mich sofort wie der verspätete Hauptdarsteller einer kleinen Komödie.
„Endlich bist du da, wir haben schon Hunger.“
Klang irgendwie verdächtig.....Wir setzten uns, bestellten, und während der Vorspeise kam die Küchenchefin vorbei – die lustige, quirrlige Frau, die immer ein bisschen wie ein lebendiges Feuerwerk durch die Küche tänzelt.
„Na, willst du uns was kochen?“ fragte sie strahlend, Augen funkelnd, die Schürze wie ein Banner der Freude. Und die Freunde gleich drauf. "Ja Christoph, dauert doch nur so 17 Minuten."
"17 Minuten dachte ich mir...die wollen, dass ich hier jetzt ein Risotto mache..."
Ich musste lachen, schüttelte den Kopf und murmelte: „Heute eher Smalltalk, ich sehe schlecht…“ Auch die Überredungskunst der Küchenschefin halt ihnen nichts...😉
Und ja, zugegeben, ein kleiner Seitenhieb auf die Mücke von gestern schwang mit – die imaginäre Nervensäge, die mir das rechte Auge ruinierte. Vielleicht auch eine faule Ausrede, aber die Küchenchefin nickte verständnisvoll.
Während wir aßen, beobachtete ich das kleine Schauspiel um mich herum: Gläser klirrten, Lachen durchbrach die Luft, Gespräche wirbelten wie kleine bunte Blätter durch den Raum. Und mittendrin ich, zwischen Wind draußen, Mücke im Kopf und der leisen Freude, dass alles so schön absurd zusammenpasst.
„Warum hast du uns von diesem Lokal erzählt?“ fragte eine Stimme. Ach ja, das war der Grund, warum alle neugierig geworden waren. Es ist wie ein kleiner Zaubertrick: Man erzählt etwas, die Leute werden aufmerksam, und plötzlich teilt man ein kleines Stück helles Samstagsglück miteinander.
Die Stunden flogen dahin. Gut das wir uns schon um 17.30 Uhr getroffen haben. Keine Ahnung wieso so früh aber mir wars recht! Wir lachten, wir erzählten Geschichten, und die Mücke, diese kleine imaginäre Begleiterin, schwebte weiterhin über meinem rechten Auge – ein winziger, hartnäckiger Zeuge meiner Sehschwächen und meiner kleinen Ausreden.
Kurz nach 20.30 Uhr stand ich auf, zog die Jacke an, nickte der Küchenchefin zu und dachte: Alles hat funktioniert. Trotz Wind, trotz Mücke, trotz Samstagsdilemma – ein kleiner Abend, hell, komisch, lebendig.
Ich sag wie´s ist:
Manchmal muss man raus, obwohl man nicht will, kleine Ausreden auspacken, die Mücke ignorieren und einfach den Moment genießen. Und ja, ich war pünktlich jetzt um 21.10 Uhr wieder zurück. Sonst würde es diesen Text ja gar nicht geben...;-)



Aber dass nächste mal kochst du was! Versprochen? 😀