Gedanken. Bleiben. Punkt.
- Christoph

- 22. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
(Oder warum man einfach aufhören sollte, dagegen anzukämpfen.)

GRRRRRRRR.
Manche Gedanken sind wie schlecht formulierte Claims in einer Kampagne.
Du hast sie nicht bestellt, sie treffen dich trotzdem.
Sie kommen unaufgefordert, bleiben hartnäckig, kleben sich im Kopf fest wie ein Werbejingle aus den 90ern, den du längst vergessen wolltest.
Sie tragen keine Lösung in sich, keine klare Botschaft, keine eindeutige CTA. Aber sie sind da.
Irgendwo zwischen Unterzeile und Subline. Zwischen Herz und Hirn.
Und während du versuchst, dein persönliches Markenimage einigermaßen professionell nach außen zu halten, laufen sie intern wie eine Präsentation in Endlosschleife.
Der Gedanke bleibt.
(Und das ist vielleicht genau der Punkt.)
Manchmal trägt man so einen Gedanken.
Tag ein, Tag aus.
Nicht immer gleich laut, nicht immer gleich nah.
Aber immer da.
Er macht es sich bequem.
Ein Gedanke, der nicht einfach verschwindet, nur weil ich ihn nicht eingeladen habe.
Und meistens bringt er gleich ein Gefühl mit.
Das eine nährt das andere. Der Gedanke füttert das Gefühl. Das Gefühl nährt den Gedanken.
Ein unsichtbarer Kreislauf, der sich schwer abschalten lässt.
Und immer wieder frage ich mich: Warum eigentlich?
Nicht: Warum denke ich ihn?
Sondern: Warum ist dieser Gedanke so, wie er ist?
Warum bleibt er?
Warum fühlt er sich manchmal schwer an und manchmal etwas leichter – aber nie neutral?
Vielleicht, weil er von etwas erzählt, das größer ist als Vernunft.
Von etwas, das sich nicht ändern lässt.
Von etwas, das eher schwer zu lösen ist, sondern nur vermutlich nur zu ertragen.
Und vielleicht bleibt deshalb auch das Gefühl.
Vielleicht kämpfe ich genau deshalb dagegen an.
Weil ich glaube, ich müsste ihn irgendwann loswerden.
Das Gefühl. Den Gedanken. Beides.
Aber was, wenn das gar nicht der Sinn der Sache ist?
Was, wenn es nicht darum geht, etwas zu verändern?
Sondern zu lernen, etwas auszuhalten.
Nicht immer dagegen.
Nicht immer dafür.
Einfach nur: Daneben sitzen. Es da sein lassen.
Manche Gedanken trägst du einfach mit dir herum.
Wie einen Schlüssel am Bund, von dem du längst weißt, wo er mal gesperrt hat.
Wegwerfen? Irgendwie fühlt sich das falsch an.
Also bleibt er. Am Bund. Bis auf Weiteres.
Ich sage, wie’s ist:
Vielleicht ist dieser Gedanke nicht mein Feind.
Vielleicht ist auch das Gefühl, das damit kommt, nicht mein Feind.
Vielleicht sind beide einfach nur da, um mich daran zu erinnern:
Dass es Dinge gibt, die nicht gelöst werden müssen/können was weiß ich.
Sondern vielleicht nur ausgehalten.



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