Ich bin kein Kindle Kind.
- Christoph

- 7. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Heute war wieder so ein Tag, an dem man merkt, dass Bücher noch immer eine ganz eigene Magie haben.
Ich saß mit einer Bekannten zusammen.
Wir kamen vom Hundertsten ins Tausendste – vom Alltag, über Freunde, Vorträge (sie ist Soziologin, vielleicht machen wir mal was gemeinsam) , bis wir schließlich bei Tom Sharpe landeten.
„Tom wer?“, fragte sie, und ich musste lachen.
Wie konnte jemand diesen Meister des absurden Humors nicht kennen?
Den englischen Schriftsteller.
Und ich erzählte ihr, wie aberwitzig manche Szenen bei Sharpe sind.
Diese völlig überdrehten Momente, in denen Menschen Dinge tun, die so verrückt sind,
dass man als Leser glaubt, gleich vom Stuhl zu fallen.
Und manchmal – so absurd es klingt –
erkenne ich mich in diesem Chaos sogar ein bisschen wieder.
Weil das Leben ja selbst dauernd Slapstick spielt:
mit Situationen, die so schräg sind,
dass nur Tom Sharpe sie noch toppen könnte.
Und nachdem wir uns verabschiedet haben, weil ihr Mann irgendwo gewartet hat, dachte ich – Ich schenk ihr eines der Bücher. Sie hat mich schon bei so manchen Thema unterstützt.
Also ab in die Buchhandlung – viel besser als Amazon, mehr Feeling irgendwie.
Welcher Titel? Vielleicht „Puppenmord“ oder „Bis dass ihr Tod ihn scheidet“…
Denn lachen, das ist bei Tom Sharpe garantiert.
Und Lachen ist gut.
Am Eingang begrüßte mich die Buchhändlerin mit einem freundlichen „Guten Tag“.
Ich erklärte mein Vorhaben, und schon waren wir mitten im Gespräch.
Sie lachte mit mir über die schrulligen Figuren, die Sharpe erschafft – Manager, die nur noch in absurden Machtspielen existieren, Priester, die es mit der Moral nicht ganz so genau nehmen, und Damen, die mehr Power haben als manch ganze Kleinstadtverwaltung.
„Tom Sharpe ist wie ein literarisches Bungee-Jumping“, meinte ich,
„man weiß nie, wann man mit dem Kopf voraus ins Chaos stürzt.“
Wir diskutierten, warum gerade solche Bücher wichtig sind.
Keine Hochliteratur, klar – muss ja auch nicht sein.
Es geht um Spaß, um Übertreibung, um dieses befreiende Lachen über Menschen, die man so vielleicht auch aus dem eigenen Alltag kennt, nur in zugespitzter Form.
Die Buchhändlerin nickte.
Und ich dachte: Ja, genau deshalb verschenke ich es – ein bisschen Tom-Sharpe-Wahnsinn, um die Welt leichter zu sehen.
„Und welche Ausgabe hätten Sie gern?“ fragte sie.
Ich wählte die schönste. Es hat mich schon verwundert, dass sie überhaupt was lagernd hat.
Das Papier fühlt sich gut an, der Einband stabil, die Seiten fast schon schwerelos.
So fühlt sich ein richtiges Buch an – kein kaltes Kindle-Display, das zwar praktisch, aber eben… naja… nicht dasselbe ist.
Am Ende verließ ich die Buchhandlung mit einem kleinen Schmunzeln und einer frisch gepackten Sackerl voller Humor.
Ich sah noch einmal zurück, die Buchhändlerin winkte.
Und ich dachte:
Ein bisschen Blödsinn, ein bisschen Literatur, und ein bisschen Lachen – mehr braucht’s nicht.
Ich sag, wie’s ist:
Man kann über Bücher streiten, über Autoren lachen, aber am Ende zählt nur eins –
dass man das Lachen mit nach Hause nimmt..oder verschenkt.



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