Letztes Mal. Wirklich.
- Christoph

- 29. Juni 2025
- 3 Min. Lesezeit
(oder: jetzt reicht´s sogar mir)

Versprochen.
Das ist jetzt wirklich der letzte Text über „Freund und Helfer“.
Aber ich muss die Dinge einfach loswerden.
Sie sitzen sonst so ungut zwischen Magen und Hirn.
Ich wollte ja eigentlich was anderes schreiben. Ehrlich.
Aber was soll ich sagen – die Geschichte von gestern hat eine Fortsetzung bekommen.
Und langsam wird auch klar, warum ich überhaupt blogge: Ich muss die Dinge einfach verarbeiten. Irgendwie.
Und dafür brauch ich Buchstaben. Viele.
Also… Abend. Ich will die Stadt verlassen. Dachte mir noch: Jetzt aber Ruhe.
Falsch gedacht.
Planquadrat. Innenstadt.
Zwei Polizistinnen winken mich raus – fünf andere (!) stehen schon bereit.
Klingt nach Konzert, war aber nur mein Auto.
Volles Programm.
Anlass der Anhaltung:
– Ich hätte angeblich mit den beiden rechten Reifen eine Radweglinie überfahren.
Aha.
– Und zweitens: Wenn ich tatsächlich von dort komme, wo ich gerade hergefahren bin,
muss ich mindestens einmal unerlaubt abgebogen sein.
Bitte was?
Übliche Amtshandlung:
Papiere, Ausweis, woher ich komme, wohin ich will…
Ich frag mich: Ist das ein Seminar für Lost People?
Hab ich auch so gesagt.
Drei junge Polizisten – keine Reaktion. In keiner Sprache.
Der ältere, ein Typ im Präsidialmodus, kontrolliert meinen österreichischen Führerschein.
Fragt mich ganz trocken:
„Sprechen Sie Deutsch?“
Ich: „Anzunehmen, Herr Präsident.“
Dann er: „Wohin wollen Sie?“
Ich: „Ins Bett.“
Er: „Und wo ist Ihr Bett?“
Ich: „Wherever I lay my hat, that’s my home.“
Er: „Versteh ich nicht. Haben Sie auch einen Reisepass?“
Ich: „Kennen Sie Schengen?“ (Anm.: Nicht die Tankstelle, das Abkommen.)
Er wieder: „He? Was reden Sie?“
Ich: „Sie wissen schon… Schengen… Reisen in der EU und so…“
Der Typ komplett lost.
Einer der Polizeischüler fragt den „Präsidenten“ irgendwas auf Landessprache.
Ich denke mir: Jetzt kommt er, der große Moment – der Alkotest.
Und so war’s.
Handgerät kommt. Ich soll mit 5 cm Abstand draufblasen.
Hat natürlich nicht funktioniert.
Also wird noch ein Schüler losgeschickt – Mundstück organisieren.
Wir sind bei Minute 15.
Mundstück kommt.
Ich darf es selbst auspacken – wie ein Weihnachtsgeschenk.
Ich freu mich fast ein bisschen.
Wie damals, bei den Socken von der Oma.
Ich sag zum Präsidenten:
„Mit Schülern hab ich täglich zu tun. Herr General – kleine Wette? Mehr als 0,0 wird nicht blinken.“
Er: „Sehen wir dann.“
Vier Versuche.
Vier Mal:
0,0.
Da wären wir wieder bei Weihnachten.
ÜBERRASCHUNG!
Das war aber noch nicht alles. Jetzt waren sich alle fünf Nobelpreisträger im Gesamtalter von 140 Jahren (2×40 plus 3×20) einig: Mal sehen, was der Kofferraum so hergibt.
Also: Kofferraum auf. Alles ausräumen.
Hab ich gemacht.
Dummerweise war mein Messerset da drinnen.
Natürlich sind diese Messer – rein objektiv betrachtet – von der Länge her ein Thema für das Waffengesetz in diesem Staat. Uns sicher auch für die 5 Helden in Uniform. Aber nach einer einfachen Erklärung zur besseren Verständlichkeit gehen sie als Kochmesser durch und nicht als Arbeitsmittel für durch Europa reisende Serienkiller. Noch mal Glück gehabt.
Alles in allem:
70 Euro,
7 Zettel zu unterschreiben
und mein Geduldsfaden war irgendwo auf dem Mittelstreifen liegengeblieben.
Ich wollte nur raus.
Raus auf die Autobahn. Weg.
Also eine letzte Frage an den Präsidenten:
„Wie komm ich auf die Autobahn von hier?“
Antwort:
„Fahren Sie immer gerade… und dann mal rechts.“
OHNE WORTE.
Ich bin gefahren.
Und irgendwann… rechts. Und den Rest erspar ich meinem Kopf, meinen Fingern und ev. jemanden der bis hierher gelesen hat.
Ich sag wie’s ist:
Ich hab nichts gegen Regeln. Aber ab Minute 22 wurde es eindeutig Impro-Theater.
Teil 3 wird es aber wirklich nicht geben. Hoff ich.



Solche Geschichten kann sich keiner ausdenken, so unfassbar sind sie. Hut ab, dass Du ruhig geblieben bist:)