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Und was hat das mit mir zu tun?

(wer´s heute lustig will - ab zu tiktok)




Freunde, Freunde, Freunde…

Es gibt ja kaum noch etwas, das nicht erklärt wird –in Ads, Reels, Newslettern, auf Papierstrohhalmen, in Awareness-Kampagnen, zwischen Pre-Rolls und Purpose.

Alles hat Bedeutung. Alles will etwas. Und alles ist Marketing.

Vielleicht ist es so:

Wer morgens Hafermilch trinkt, setzt ein Zeichen.

Wer normale Milch trinkt, steht schon unter Verdacht.

Und wer gar nichts trinkt – ist irgendwie lost.


Während da draußen Werbewelten mit Mission Statements gebaut werden, scheitert echte zwischenmenschliche Kommunikation oft schon an einem simplen Satz.


Zu viel Werbung. Zu wenig Gespräch.

Vielleicht ist das eigentliche Problem heute nicht die Überdosis an Botschaften – sondern das Fehlen echter Gespräche.


Nicht hören, um zu verstehen – sondern hören, um zu antworten.

Nicht fragen, sondern senden. Nicht aushalten, sondern abgrenzen.


Kinder sagen Unsinn.

Teenager auch.

Erwachsene – sogar erstaunlich häufig.


Und statt zu sortieren, zu klären oder auszuhalten, zieht man sich zurück in Blasen, in denen alles gleich klingt – und nennt das dann "eine klare Haltung, ein notwenig - neuer Abschnitt der gegangen werden muss".

Eine klare Haltung entsteht nicht im eigenen Echo. Sie wächst im Gespräch. Im Reibungspunkt. Im: „Ach so war das gemeint…“ Und manchmal auch im: „Da liegst du komplett daneben.“

Was verloren geht:

Gedanken zu Ende denken. Positionen stehen lassen – auch wenn sie unbequem sind. Widerspruch nicht gleich als Angriff werten. Stattdessen: unterbrechen, blocken, wegdrücken.


Und wenn es gar nicht mehr passt, verschwindet oft gleich der Mensch mit. Stummgeschaltet. Abgemeldet. Nicht, weil er toxisch war – sondern weil er an etwas erinnert hat, das man selbst nicht hören wollte.


Distanz, die bequem wird

Und irgendwann wird nicht nur das Gespräch beendet – sondern es entstehen Situationen, die das Schweigen nachträglich rechtfertigen. Man richtet sich in Entfernungen ein, die sich plötzlich alternativlos anfühlen.


Man entfernt sich nicht nur – man sorgt dafür, dass eine Rückkehr schwerer wird. Für sich selbst. Vielleicht, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass es nicht das Gegenüber war, sondern das eigene Verstummen.

Hinter jedem Gespräch steckt ein Mensch. Ein Gefühl. Eine Geschichte. Ein Moment, der vielleicht viel mehr als nur ein einziges Mal möglich gewesen wäre.


Und wenn solche Momente vergehen, gehen manchmal Menschen mit, die eigentlich geblieben wären und man vielleicht auch selbst wollte nur wusste nicht wie – wenn man sich noch einmal erklärt hätte.


Und ja – manchmal belastet uns der kommunikative Nullpunkt mit Menschen mehr, die physisch noch unter uns sind, als der mit denen, die es nicht mehr sind.


Was Marketing kann – und was nicht

Marketing kann viel. Es kann Geschichten erzählen, Marken inszenieren, Bedürfnisse schaffen, die vorher nicht da waren. Es kann berühren – oder manipulieren. Es kann ein Kinderpinguin in die Klimadebatte schlittern lassen.


Aber es kann nicht zuhören. Nicht nachfragen. Nicht klären, was wirklich zwischen Menschen steht. Was bleibt, ist nicht das beste Narrativ, sondern ob man irgendwann noch das Gespräch führt, das längst überfällig war.


Das holt uns ein. Irgendwann.

Wenn Kommunikation endet, beginnt oft ein seltsames Konstruieren von Gründen oder Lebenssituationen, warum es vermeintlich kein Zurück ins Gespräch und was auch immer mehr geben kann. Aber manchmal ist das „Zurück“ nur ein ehrlicher Satz entfernt. Und vielleicht besteht Mut heute weniger im Sagen – als im Aushalten und Verstehen lernen dessen, was ein anderer wirklich meint.

Wenn´s uns wichtig ist.


Was wir verdrängen, holt uns irgendwann ein. Nicht sofort. Vielleicht erst in einem Gespräch, das plötzlich fehlt. In einem Schweigen, das zu laut wird. In einem Moment, in dem man sich wünscht, man hätte einfach einmal mehr zugehört.


Ich sag’s, wie’s ist: Wir lesen solche Zeilen – nehmen sie zur Kenntnis und fragen uns nicht 1x, was das mit uns zu tun hat.

Vermutlich mehr, als wir denken.


PS: aber keine Sorge morgen wird´s wieder lustiger...den Gedanken bzw. das tatsächlich "Passierte" habe ich schon ;-)



 
 
 

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ZipZog
12. Juni 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

So tiefgründig heute. Wahre Worte

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