Und was hast du heute NICHT geleistet?
- Christoph

- 1. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
(Und keiner hat’s bemerkt – nicht mal ich.)

Naja...
Ich bin in meinem eigenen Leben mitgelaufen wie jemand, den man beim Dreh einfach vergessen hat wegzuschicken.
Ich hatte keinen Text. Keine große Szene. Keine Requisite.
Nur mich selbst – in neutraler Alltagskleidung und mit dem leicht genervten Blick eines Mannes, der nicht weiß, warum er gerade in dieser U-Bahn steht.
Wirklich passiert ist nichts. Kein dramatischer Wendepunkt. Kein unerwarteter Anruf. Kein barfüßiges Kind, das plötzlich einen Luftballon loslässt und damit eine große Metapher über das Leben aufmacht.
Stattdessen: Ich. In der Nebenrolle.
Statt eines Applauses nur das rhythmische Piepsen der Kassa beim Billa.
Ich bin heute von einem Ort zum anderen gegangen, wie man es halt macht, wenn man zwischen To-do-Listen und Terminen lebt.
Und während ich beim Bäcker auf mein Mohnflesserl gewartet habe, dachte ich kurz: Vielleicht war ich heute einfach nur Staffage.
Requisit im eigenen Alltag. Kulisse für andere.
Manchmal ist es so:
Du wachst auf, machst die Dinge im Bad, ziehst dich an, funktionierst dich durch den Tag – und abends stellst du fest: Du warst dabei, aber nicht wirklich da.
Wie ein Statist bei einer Casting-Doku, der zwar im Bild ist, aber eigentlich nur wegen dem Gratisbuffet gekommen ist.
Aber vielleicht war es gar nicht so sinnlos. Vielleicht ist es manchmal genau das, was man braucht.
Ein Tag ohne große Handlung, ohne Emotion, ohne Pointe.
Ein neutraler Pinselstrich im Gesamtbild.
Ich meine – selbst in guten Serien gibt’s Folgen, in denen einfach nur ein Teppich geliefert wird oder jemand versucht, einen Drucker zu installieren.
Und genau das war heute:
Folge 143: „Der Tag, an dem nichts passierte und trotzdem alles okay war.“
Und irgendwo zwischen Ampelphasen, E-Mails und Kassabons habe ich mich dann selbst beobachtet.
Wie ich Dinge erledige, grüße, lächle, kopfschüttle.
Ein bisschen wie bei „The Truman Show“, nur dass ich mir selber die Show bin. Und ehrlich gesagt: manchmal recht unterhaltsam.
Ich sag, wie’s ist:
Man kann nicht jeden Tag der Held sein.
Aber auch Nebendarsteller kriegen irgendwann ihren großen Moment.
Heute war ich halt einfach nur dabei –
und das war völlig in Ordnung.
Obwohl…
wenn ich jetzt so drüber nachdenke,
waren da vielleicht doch ein, zwei Situationen,
die ich sonst nicht unkommentiert durchgehen lasse. 😏
Also vielleicht war ich heute nicht mein eigener Komparse –
sondern einfach undercover unterwegs.



Hätte mich ja gewundert wenn es nicht zumindest Situationen gegeben hätte…. Ich mag deine Texte.. Herr Malloth