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Parkplatzkrieg bei 35 Grad

(oder: was das alles mit Paragraph 190 StGB zu tun hat)

Freunde, Freunde, Freunde...

Ich sag’s gleich, wie’s ist: Ich bin kein Meteorologe. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass die Gereiztheit der Menschen direkt proportional zur Außentemperatur ansteigt. Je heißer, desto grantiger. Das ist keine wissenschaftlich belegte Formel – aber mein persönlicher Sommer-Index sagt:

Hitze + Mensch = Choleriker-Level-Alarmstufe Rot.

Und so geschehen heute...

Parkplatzsuche. 35 Grad. Keine Nerven mehr. Ich finde eine Lücke, will einparken, plötzlich drängelt sich ein junger Typ rein, als wäre er auf der Flucht vor dem Verfassungsschutz.


Beide Fenster gehen runter.

Ich denke: Vielleicht will er sich entschuldigen.

Er denkt: Schimpfen ist Kommunikation.

Sagt er doch ernsthaft:

„Ich f… deine Mutter, du A…, das ist mein Parkplatz! Du räudiger Sohn einer…“

Kann man nicht alles wiedergeben.

Ich: 😶

Er: 🔥

Ich antworte ruhig:

„Du kannst den Parkplatz gerne haben, aber hör bitte auf, so etwas zu behaupten… sonst zeige ich dich laut Paragraph 190 StGB an.“

Er: „Wos? WOS mochst du?!“

Ich sag nur: „Du hast’s eh schon richtig verstanden.“


Ob er wusste um was es geht? Fix nicht. War ihm auch komplett egal.

Mittlerweile hat er auch schon mit seinen Brüdern und Cousins gedroht.

Und dann kam natürlich noch der Klassiker aus seinem Mund:

„Einer, der so ein Auto fährt, von dem weiß man ja“

Ich wollte schon erwidern…“Wieder einer der sich über sein Fortbewegungsmittel definiert.“ – Ich hab´s gelassen.


Jedenfalls. Genau, in seiner Welt stimmt das.

Da war er wieder – der direkte kausale Zusammenhang zwischen PS-Zahl und Männlichkeit.


Und dann – wie aus einem Drehbuch von Netflix – bleibt direkt neben uns ein Polizeiauto stehen. Zufall? Schicksal? Karma mit Blaulicht?

Die Beamten steigen aus.

„Was ist hier los?“


Ich erklär die komplette Schieflage.

Er beleidigt mich weiter. Die Sonne knallt, mein Hirn wellt sich wie altes Linoleum.

Und ich sag zum Polizisten:

„Ich möchte Anzeige erstatten. Verletzung des Paragraphen 190 StGB. Stehen bis zu 6 Monate oder 360 Tagessätze im Raum“

Er schaut mich an wie ein Beamter, der gerade sein Weltbild neu ordnen muss.

„Bitte was? Was für ein Tatbestand soll das sein?“

Ich sag ganz trocken:

„Meine Mutter ist seit 30 Jahren verstorben. Ergo: Störung der Totenruhe.

Hat er gesagt das er das macht. “


Stille.

Kurze Funkpause im Universum.

Der junge Mann sagt nichts mehr.

Nicht etwa, weil er sich plötzlich schämt.

Sondern, weil er noch immer nicht wusste, worum es sich bei dieser mysteriösen Anzeige handeln hätte sollen.

Was soll man sagen: Manchmal schützt Unwissenheit nicht vor Fremdscham.

Ich bin dann einfach weitergefahren, mit einem allseitigen Wunsch auf einen perfekten Sommer.

Ohne Parkplatz.

Aber mit Würde.

Und einer neuen Geschichte für den Blog.


Weil ganz ehrlich: Was soll man da sonst tun?

Weinen?

Schreien?

Oder einfach der Welt ein bisschen Sarkasmus schenken?


Ich sag’s wie’s ist: War vermutlich übertrieben. Aber hey, die Hitze.

Und manchmal ist genau das die einzige Kühlung fürs Gemüt: Humor, der trockener ist als der Asphalt bei 35 Grad. Und meine Mom hat gelacht, dass weiß ich.

 
 
 

2 Kommentare

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Rosi
29. Juni 2025
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Wir sollten alle mit mehr Humor durch den Tag gehen und damit solchen Affen den Wind aus den Seheln nehmen

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Hans
26. Juni 2025
Mit 4 von 5 Sternen bewertet.

Du hast es ja mit Humor gemacht.

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