Verkehrskontrolle deluxe
- Christoph

- 28. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
(oder: wie aus einer Verkehrskontrolle ein Wien-Reiseführer wird)

Ich wollte ja heute eigentlich darüber schreiben, warum ich überhaupt einen Blog schreibe. Aber es kam – man glaubt es kaum – etwas dazwischen:
Die Polizei.
Mit Blaulicht.
Alles dabei.
Ich war unterwegs in einer Stadt, deren Landessprache ich nicht spreche – was schon mal eine solide Ausgangslage ist für Gespräche mit der Exekutive.
Ich musste also aussteigen. Und stellte mich, in meinem besten „polite British English“, den Fragen der Beamten. Fahrzeugpapiere? Führerschein? Check. Der „Kollege“ checkt, wem das Auto gehört, wo ich herkomme, wo ich hinfahre.
Und dann die Frage: „Did you just enter the city or are you leaving?“
Meine Antwort (lächelnd): „Depends on how high the fine is.“
Lacht er. Ich auch.
Er meint dann, ich wäre falsch abgebogen. Kann sein.
Ich frage, höflich wie ich bin, ob und was das kostet.
Er sagt: „Maybe 20 Euros… but the other guy will decide.“
Also warten wir. In der Zwischenzeit fragt mich der Polizist, woher ich genau komme.
Ich sag: „From Vienna.“
Er: „Ah! I’ll go there next week with my girlfriend – anniversary trip!“
Ich nicke – na klar – und in exakt diesem Atemzug fragt er, ob ich ein paar Tipps hätte. Sightseeing, Geheimtipps, Lokale…
Was macht Christoph?
„Aber sicher. Gerne. Kostet halt 20 Euro.“Er schaut mich kurz an – und lacht.
Puh. Richtiger Moment für Ironie. War knapp.
Und dann wird’s technisch. Ich muss eine Park-App installieren, damit ich auch wirklich korrekt registriert bin. Leider stellt sich die App immer wieder automatisch auf die Landessprache um – ratet mal, wer da null Plan hat? Ich frage also die anwesenden Polizisten, was man denn da jetzt drücken muss. „Mein“ Polizist zögert keine Sekunde:
„Okay – but that costs 10 Euros.“
Ich: „Deal.“
Wieder lachen wir beide.
Und irgendwann steht dann auch die tatsächliche Strafe fest:10 Euro.
Wer was wie wo – keine Ahnung. Ich war noch nie gut in Mathematik.
Alles in allem habe ich dann 10 Euro bezahlt.
Ich sag wie’s ist:
Guter Preis für eine nette Unterhaltung, exklusive Touristenberatung und den Beweis, dass britischer Humor auch in Uniform funktioniert. Vielleicht doch ein Grund mehr, diesen Blog weiterzuschreiben.



Kommentare