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von Schampus bis Sparmodus

(und warum Geschichten mehr hängen bleiben als jedes Modell von Porter)



Heute durfte ich in einer Sommerakademie für Studenten einer Privatuni mal wieder den Marketing-Deppen spielen – eine Stunde lang. Man hatte mich nicht geholt, um Marketingtheorien runterzubeten, Merksätze zu rezitieren oder das Porter-Modell an die Wand zu werfen.


Meine Mission war klar: Geschichten. Aus dem Alltag.

Und Don’t let your story remain untold – das, sagt man mir nach, kann ich.


Viele glauben ja immer noch, Marketing bestünde aus bunten Bildern, coolen Spots mit Models, täglichen Partys und dem ganzen Tag beim Fotoshooting abhängen. Die schlechte Nachricht: Das ist nicht mehr so. Die gute Nachricht (und die gilt nur für mich in diesem Raum): Bei meinen Anfängen war das noch so.


Früher, in den 90ern, hatte Marketing diesen leichten Geruch von Karamell, Zigarettenrauch und frisch gedruckten Storyboards.


Geld spielte keine Rolle – heute wird jeder Euro dreimal umgedreht, als wäre er ein rohes Ei.


Damals hingegen wurden Budgets mit einem „Ach, machen wir halt“ freigegeben. Heute basiert alles auf Zahlen, damals auch – nur waren es oft die Telefonnummern der Models oder die Anzahl der Champagnerflaschen, die wir für ein Shooting brauchten.


In Agenturen der 90er war das Brainstorming oft wörtlich gemeint – irgendwer warf dir ein Gummihuhn an den Kopf, um die Kreativität anzukurbeln. Heute wird dafür ein KPI-Dashboard geöffnet.


Marken haben damals und heute Unsinn gemacht – der Unterschied: Früher nannten wir es „mutige Kampagne“, heute heißt es „Shitstorm“. Und in sozialen Netzwerken verwechseln viele Unternehmen immer noch „sozial“ mit „ständig senden“.


Und ja – KI glaubt, sie weiß alles. Sie macht es so gut, dass wir mit ihr reden, als wäre sie ein Freund. Aber in den 90ern hatten wir schon eine „KI“ – die hieß damals Kreativer Instinkt, kam meistens nach drei Drinks und war selten nüchtern.


Meine Sätze haben die Zuhörer*innen vielleicht ein wenig ernüchtert, aber sie haben gelacht...und das war wieder mal das Ziel...und gemerkt haben sie sich die doch ein wenig eingestreuten Marketing-Grundsätze sicher auch (glaube ich😂)


Ich sag’s wie’s ist:

Vielleicht hat sich das Handwerk verändert, vielleicht auch die Budgets – aber Geschichten bleiben die beste Währung.

 
 
 

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