Man glaubt nicht, was da geredet wird …
- Christoph

- 23. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Ich sitze heute in diesem Café mitten im Designcenter. Menschen überall, anscheinend irgendein „Day Off“ – alles noch billiger, also noch mehr los. Hätte ich das gewußt!
Ein Cappuccino muss her. Teuer wie im Ritz Carlton, aber gut – jetzt bin ich schon hier.
In diesen Situationen hörst du meist diese Gespräche, die man hier so führt, die Themen, die einfach kommen, eines nach dem anderen, völlig selbstverständlich:
Darüber, warum die eine Kleidermarke eindeutig besser ist als die andere.
Warum man 60 Paar elegante Schuhe haben muss – und die neuen, sicherheitshalber, unter dem Bett versteckt.
Dass es momentan Stofftiere gibt, die in Sammlerkreisen bis zu 20.000 Euro wert sind – ja, Stofftiere.
Warum das letzte Familienessen ein einziges Desaster war und wer diesmal schuld war.
Welche Wehwehchen wer hat – und was wohl wirklich dahintersteckt.
Warum es Gerüchte gibt, die vermutlich bedauerlicherweise gar keine sind.
Was der Nachbar für Ideen hat – und man die einfach nur unsinnig findet.
Warum sich manche Leute einfach vollkommen letztklassig verhalten – oder eben gar nicht, und wie unverständlich das ist.
Dass es in den 80ern Mode-Accessoires gab, die man „Flöhe“ nannte und mit Sicherheitsnadeln an die Jeans geheftet hat.
Warum Männer es auf öffentlichen Toiletten so viel einfacher haben.
Was der Frauenarzt beim letzten Termin gesagt hat.
Dass diese eine Frau jetzt schon zum dritten Mal vorbeigeht – das Kleid ist zwar cool, aber irgendwie wirkt sie seltsam.
Dass man eine Frau gesehen hat in einer durchsichtigen Strickhose – und der Mann daneben sichtlich wenig amused über ihr Outfit war.
Dass man hier stundenlang sitzen könnte, nur um Menschen zu beobachten.
Wie der letzte Urlaub war und welcher als nächstes geplant ist.
Ob sich Investitionen ins Eigenheim lohnen.
Und natürlich: Beziehungen. Was gut läuft, was gar nicht geht – und was sicher ein Trennungsgrund wäre.
Warum man sich eigentlich nicht öfter sieht.
Und, selbstverständlich: das Wetter.
Ein Thema jagt das nächste, wie es eben so ist, in solchen Cafés.
Ich müsste das alles furchtbar finden. Mich innerlich aufregen.
Aber ich tue es nicht.
Denn – und jetzt kommt’s – all diese Themen, über die ich da gerade „berichtet“ habe?
Habe ich selbst besprochen. Zwei Stunden lang.
Mit meiner Schwägerin.
Danke, liebe Schwägerin. Es waren wirklich nette zwei Stunden!
Ich sag, wie’s ist:
So macht sogar ein Cappuccino im Ritz-Carlton-Preisbereich Spaß.



Hallo Christoph! Wie ich mit meinen Mädels. Machst du sowas öfter? ;-)
😂