Was kann ich dafür das ich aus den 80ern bin😀
- Christoph

- 7. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Gestern wieder so ein Abend, den man beruflich mitnimmt, privat eher selten – es sei denn, man hat es versprochen. Also stand ich da, zwischen Sonnenuntergang und glitzernden Cocktails, und fragte mich kurz, ob ich nicht ein bisschen underdressed sei. Wobei klassisch eher in blau gehalten (welche Überraschung😀) aber das Tuch an meinem linken Handgelenk war bunt (bunt naja färbig) und hat schon ein wenig gezeigt, wie mutig ich eigentlich in Sachen Mode bin............😂
Alles sah aus wie aus einem Lifestyle-Magazin: Drinks wie kleine Kunstwerke, Menschen, die aussahen, als hätten sie gerade einen Schönheitsfilter durchlaufen. Die Damen herausgeputzt, als ginge es um Miss Universe, die Herren mit diesem selbstsicheren Halbschritt, der nur in teuren Schuhen gelingt.
Die Gespräche? Runde drei bei einer Misswahl. „Was ist Ihnen wichtig?“ – „Friede, Liebe, Weltrettung … und ein Spritzer Rosé.“ Dünnes Eis, was ich da schreibe, aber Sonntagabend erlaubt sowas.
Ich beschloss, mich treiben zu lassen. Erst ein Glas Wasser – ja, Wasser – obwohl ein Gin-Tonic auch fein gewesen wäre. Dann wurde ich herumgereicht wie ein besonders interessanter Cocktail: „Christoph, macht dies und das.“ Nicken, lächeln, Hände schütteln. Fast Speed-Dating, nur ohne Dating. Ich musste schmunzeln.
Irgendwann landete ich bei einer Gruppe, die gerade hitzig über Social Media diskutierte. Die einen wettern gegen die verrückte Jugend, die anderen schwärmen von Klickzahlen, Likes, Followern. Ich lehnte mich an die Glasbrüstung, sah über die funkelnde Stadt und dachte: „Gut, dass ich kein TikTok-Tanzvideo drehen muss, um hierzuzugehören.“
Dann wechselte die DJane den Track – ein Beat zwischen „moderne Clubnacht“ und „es muss wummern“. Plötzlich ging es um Musik, und jemand fragte:
„Christoph, was hörst du eigentlich?“
Da war es wieder, dieses alte Feuer. Ich erzählte von den Tagen, als ich für eine Musikzeitschrift kurze Konzertberichte schrieb, von Stadien, Hallen, verrauchten Bars – von Queen, Depeche Mode, A-ha, Prince, Madonna, U2, Eurythmics, Simply Red, R.E.M. Ich hatte alles gesehen, manches lieber Ende der 80er gelassen, da waren Sachen dabei, die man heute nur noch mit einem Augenzwinkern erzählen darf.
Und irgendwann merkte ich:
Ich hielt gerade ein halbes Referat über die Musikgeschichte der 80er und frühen 90er.
Das wollte ich nicht ich schwöre....
Ein paar der Damen blickten mich an, als hätte ich soeben das letzte große Geheimnis des Lebens gelüftet. Und da stand ich nun – zwischen Skyline und Sektgläsern, während der Wind an meinem hellblauen Hemd zupfte – und erzählte von Zeiten, in denen Musik noch nicht aus Algorithmen bestand, sondern aus Schweiß, Emotion und Menschen, die in Stadionflutlicht ihre Seele auf die Bühne legten.
Ein paar nickten anerkennend, jemand stieß sein Glas leicht gegen meins.
Und für einen Moment – nur einen kleinen Moment – war es so, als hätte die Rooftop-Bar aufgehört, Lifestyle-Kulisse zu sein.
Der DJ wechselte zu „Take on Me“. Remaster aus 2020 denke ich. Ob das Morten Harket gefällt?
Die Lichter funkelten.
Und ich? Ich lehnte mich zurück, sah in die Runde – und wusste:
Die Geschichten gehen mir nie aus. Aber um 22 Uhr war Schluss.
Irgendwelche gesetzlichen Bestimmungen.
Ich sag wies ist:
Sind halt ein Teil meines Lebens..die 80/90er.



War doch ein lustiger Abend. Schade so kurz, aber du wolltest ja im Anschluss nicht mitkommen...schade