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Auf einem Konzert. Mit Freude.



..und die Freude war nicht nur am Schluss😉


Also gut Klassik. Ich bin da nicht so ganz sattelfest. Deswegen etwas was ich schon ein wenig kenne. Der Schöpfer einer Sinfonie, die am Ende alle zum Singen bringt...und Freude bringt.


Aber um das gehtÂŽs eigentlich gar nicht. Es geht um die Pause.

Alle stehen plötzlich herum, als wĂ€ren sie zufĂ€llig genau hier gelandet, obwohl sie es geplant haben. GlĂ€ser klirren, Stimmen senken sich auf dieses typische „Wir sind kultiviert, aber nicht geschniegelt“-Niveau.


Ich stehe an der Bar. Brauche Tonic. Ohne Gin.

Und dann merke ich: Sie schaut mich an.


Nicht flĂŒchtig.

Nicht dieses höfliche „Man schaut halt, weil da jemand steht“.

Sondern lĂ€nger. PrĂŒfender. Ruhiger.


Ich denke mir kurz:

Habe ich etwas im Gesicht?

Oder wirke ich heute besonders
 diskutabel?


Sie steht ein paar Meter entfernt, neben einer Freundin. Die Freundin redet, sie hört nur halb zu. Der Blick bleibt bei mir hĂ€ngen. Dann sagt sie etwas zu ihr, nickt Richtung Bar – und steht plötzlich neben mir. Wir warten geduldig. Man kenntÂŽs.


Dann plötzlich:

„Entschuldigung“, sagt sie.

„Ich weiß nicht, was ich bestellen soll.“ und grinst.

Ich lache. Nicht laut. Mehr so innerlich nach außen.

„Das ist eine der ehrlichsten Aussagen, die man an einer Bar machen kann.“


Sie grinst.

„Ich trinke normalerweise Wein. Aber irgendwie
 heute nicht.“

„Dann wĂ€re Wein heute falsch“, sage ich.

„Und das merkt man meistens erst, wenn man ihn schon bestellt hat.“


Sie lehnt sich leicht an die Theke.

„Und was trinkt man stattdessen?“


Ich sehe sie kurz an. Nicht, um sie zu mustern – eher um zu prĂŒfen, wie sie fragt.

„Etwas, das nicht erklĂ€rt werden muss“, sage ich.

„Gin Tonic. Oder gar nichts. Beides ist legitim.“


Sie denkt nach. Wirklich nach.

„Gin Tonic“, sagt sie dann. „Dann aber zwei.“

Ich schaue erstaunt.

Sie sagt: "Nein ich trinke nicht gleich 2. Einen fĂŒr mich und einen....

sie macht eine Pause...(ich glaube bewußt) ...lĂ€chelt mich an und sagt weiter. "..und einen fĂŒr meine Freundin"

TouchĂ© im ersten Moment dachte ich...naja ihr wisst schon😂


Der Barkeeper nickt. Als hÀtte er das GesprÀch verfolgt. Vielleicht hat er das.

Bars sind gute Zuhörer.

Wir stehen nebeneinander.

Nicht zu nah. Nicht zu weit weg.


„Sie haben mich vorher schon angeschaut“, sagt sie plötzlich.

Nicht vorwurfsvoll. Sachlich. Fast neugierig.


„Stimmt“, sage ich.

„Weil Sie geschaut haben.“

Sie lacht leise.

„Das ist fair. Und ich dachte ich hol mir einen Rat...was man hier so trinkt“


Dann wird es kurz still. Diese Art von Stille, die nicht unangenehm ist, aber auch nicht belanglos. Und dann sagt sie plötzlich, ohne mich anzusehen:

„Gin Tonic und eine Ode an die Freude, da brauche ich heute.“


Ich nicke, lĂ€chle. „Dann soll es so sein.“

Wir stoßen an, kurz, leise. Fast wie ein kleines Ritual.


„Wissen Sie“, sagt sie, „manchmal braucht man genau diesen Schlusschor
 diesen Moment, in dem alle Stimmen zusammenkommen, und es einfach stimmt. Heute
 brauche ich das, um ein bisschen zu glauben, dass alles gut wird.“


Wir stehen noch einen Moment schweigend da, sehen den Menschen um uns herum zu, wie sie langsam zurĂŒck zu ihren PlĂ€tzen strömen. Dann kommt ihre Freundin, leicht tadelnd, aber lachend: „Komm, wir mĂŒssen auf unsere PlĂ€tze.“


Sie wirft mir einen Blick zu, der alles sagt, ohne dass ein Wort nötig wÀre, und weg sind sie.


Vielleicht meinte sie, dass es gerade Momente gibt, in denen ihr Leben kurz stillsteht und alles Sinn ergeben soll. Dass Freude verbindet, dass Hoffnung trĂ€gt, dass ein Augenblick, so flĂŒchtig er ist, trotzdem alles ein bisschen leichter macht.


Ich sag wieÂŽs ist:

Ich weiß es nicht genau.

 
 
 

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