Christoph war einkaufen.😉
- Christoph

- 8. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Ich habe heute die Meldung schlechthin. Christoph war einkaufen.
Jetzt werden sich manche denken:
„Uups. Das kann ja was werden.“
Und sie haben damit vermutlich nicht ganz unrecht.
Wobei ...
...genauer gesagt habe ich einen Koffer gekauft.
Und als Marketingkind fallen einem bei so etwas natürlich sofort die Marken ein, die einen schon seit der Kindheit begleiten. Also nicht irgendwo in ein Lederwaren- und Reisegeschäft gehen, ein bisschen schauen und irgendwann sagen:
„Der da.“
Nein. Wenn schon Koffer, dann natürlich gleich in den Markenstore. Zu einer dieser Marken, die vermutlich jedem Menschen über zwanzig ungestützt einfallen würden, wenn man ihn einfach fragt:
„Nennen Sie eine Koffermarke.“
Marketing funktioniert manchmal erstaunlich gut.
Ich hatte heute allerdings keine Lust auf das übliche:
„Danke, ich schau mich erst einmal um.“
Mein Nervenkostüm ist durch "Aua" die letzten Tage ohnehin nicht gerade das strapazierfähigste. Also habe ich mich gleich in die Hände der Dame begeben, die aufgrund ihres Outfits und ihres Lächelns durchaus auch hätte sagen können:
„Guten Morgen, willkommen an Bord.“
Ich erklärte ihr, was ich brauche. Für wie viele Tage. Was ungefähr hineinkommen soll. Welche Kleidung. Damit war zumindest schon einmal geklärt, welche Größe mein zukünftiges zusätzliches Reisegepäck ungefähr haben sollte.
Ach ja. Die Farbe habe ich natürlich auch gleich erwähnt. Wer mich kennt, muss jetzt wahrscheinlich schmunzeln. Es gibt Dinge, bei denen eine Farbauswahl bei mir ungefähr so umfangreich ist wie das Menü in einem sehr kleinen Restaurant.
Die Farbe war also schnell geklärt. Dann kamen die Modelle. Und die Materialien.
Und noch ein Modell.
Und noch eines.
Ich glaube, ich habe in relativ kurzer Zeit mehr über Hartschalen, Innenaufteilungen und Reißverschlüsse erfahren, als ich jemals vorhatte zu wissen. Wobei ich währenddessen übrigens wieder an Flugzeuge denken musste. Ich verstehe bis heute nicht, warum es dort eigentlich noch diese „No Smoking“-Lampen gibt. Wie alt ist diese Maschine bitte? 😉
Aber zurück zum Koffer. Sicherheitshalber habe ich irgendwann noch erwähnt: Ein Schlüsselschloss können wir gleich vergessen. Das ist nämlich ungefähr so sicher wie ein Regenschirm bei Sturm. Der Schlüssel ist weg, sobald der Koffer gekauft ist. Und das meine ich nicht einmal unrealistisch.
Also gut. Irgendwann war der Koffer gefunden. Die Entscheidung war gefallen. Ich hatte meinen Koffer. Die Dame hätte mich an dieser Stelle vermutlich nur noch freundlich verabschieden müssen mit:
„Wir wünschen Ihnen eine angenehmen Aufenthalt.“
Und genau genommen wäre damit alles erledigt gewesen.
Nur war ich ja noch nicht fertig. Denn dann ging´s ja noch um die Kleinigkeit. Wie mache ich das jetzt eigentlich mit dem Schloss? Wie stellt man die Nummernkombination ein? Die nette Dame wollte mir eine kleine Einschulung geben. Ich habe dankend abgewunken.
„Das macht keinen Sinn. Aber danke. Können wir das gleich gemeinsam machen? Sie werden den Koffer eh nie wieder sehen. Außerdem glaube ich, Ihre kriminelle Energie geht gegen null. Also bitte.“
Sie grinste. Murmelte irgendetwas von Männern. Und sagte:
„Gut. Machen wir so. Gerne. Aber ich brauche jetzt von Ihnen eine dreistellige Zahl.“
Das hat mich dann allerdings kurz überfordert. Eine Stelle weniger als bei einer Kreditkarte. Das macht es für mich nicht automatisch leichter, mir die Zahl zu merken. Also habe ich sämtliche Sicherheitsempfehlungen, die einem halbwegs vernünftigen Menschen in diesem Moment einfallen würden, über Bord geworfen.
Geburtsdatum? Soll man natürlich niemals nehmen. Ich nahm trotzdem etwas, das ungefähr in diese Richtung ging. Christoph halt.
Es wurde Monat und Tag. Und nein. Es war nicht 309. Falls das jetzt jemand gedacht hat. Es war der Geburtstag von jemandem, den ich aller Wahrscheinlichkeit nach mein Leben lang nicht vergessen werde. Und bei dem gleichzeitig vermutlich niemand auf die Idee käme, dass ich genau diese Zahl für meinen Koffer nehme.
Gesagt.
Getan.
Koffer gekauft.
Vermögen an der Kassa bezahlt.
Und dann fiel mir auf: Brauche ich nicht eigentlich noch so ein Adressding? Also etwas, das man an den Koffer hängt, falls er irgendwo in einer Stadt verloren geht. Oder falls ihn irgendein Gepäcksband beschließt, nicht mehr auszuspucken.
Man weiß ja nie. Also wieder zurück. Die nette Dame hat mich inzwischen wahrscheinlich nicht mehr als Kunden gesehen, sondern eher als den Passagier, der heute schon seinen dritten Tomatensaft mit Eis bestellt. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass sie erstaunlich geduldig blieb. Es wurde schließlich ein Anhänger. Aus Leder. Blitzblau. Und so endete mein heutiger Vormittag.
Ich sag, wie’s ist:
Ich wollte einen Koffer kaufen. Bekommen habe ich offensichtlich ein Projekt.



Junge, Junge ...ich denke, du kannst dich glücklich schätzen , dass du , zumindest gehe ich davon aus, ne komplette Wohnungseinrichtung hast ( wieviel Jahre da wohl ins Land gingen ?! ), dass du nach meinem Empfinden auch immer komplett angezogen bist, ...und trotzdem tatsächlich noch Zeit hast, deine unverkennbaren Blogs abzusetzen...
Was ein Projekt ..herzlichen Glückwunsch zum neuen Koffer ❤️