Die, die einfach nur so....
- Christoph

- 19. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Irgendwann heute habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich gefragt habe, welche Menschen man im Leben eigentlich nie vergessen sollte.
Nicht die Lauten. Nicht die, die ständig etwas wollen. Nicht die, die sich nur melden, wenn es brennt – und wieder verschwinden, sobald das Feuer aus ist.
Die, die schreiben, ohne Anlass.
Ohne Frage.
Ohne verstecktes Anliegen.
Nachrichten, bei denen man kurz aufs Display schaut und denkt:
Ah. Einfach nur ich.
Kein Termin. Kein „Hättest du kurz“. Kein „Kannst du mir schnell“.
Sondern ein simples: „Hab gerade an dich gedacht.“
Oder: „Ich musste lachen, weil…“
Oder – mein persönlicher Favorit – irgendetwas völlig Sinnloses, das genau deshalb Sinn macht.
Ich merke immer mehr: Das sind die Menschen, die bleiben.
Nicht, weil sie sich aufdrängen. Sondern weil sie da sind, ohne sich wichtig zu machen.
Dasselbe gilt für Anrufe.
Diese seltene Spezies von Gesprächen, bei denen man schon nach den ersten drei Sekunden weiß:
Da kommt jetzt keine Bitte.
Kein Projekt.
Kein emotionales Möbelrücken.
Nur eine Stimme, die sagt: „Wie geht’s dir eigentlich?“
Und die dann auch wirklich wartet auf die Antwort.
Ich finde, das ist eine unterschätzte Kunst.
In einer Welt, in der jede Kontaktaufnahme gefühlt eine Agenda hat.
Ein Ziel.
Ein Outcome.
Ein „Wenn wir schon reden, dann könnten wir auch gleich…“.
Nein. Könnten wir nicht.
Manchmal könnten wir auch einfach reden.
Oder schreiben.
Oder gar nichts erwarten.
Ich versuche, mir diese Menschen gut zu merken.
Und – noch schwieriger – ich versuche, selbst so einer zu sein.
Nicht immer erfolgreich, wohlgemerkt.
Man hat ja auch Termine. Und To-do-Listen. Und Tage, an denen man sich selbst schon genug ist.
Aber ich übe.
Ich schreibe Menschen, ohne Grund.
Ich rufe an, ohne Plan.
Manchmal nur, um zu sagen: „Ich hab nichts – außer Zeit für dich.“
Und ja, natürlich fühlt sich das manchmal fast ein bisschen rebellisch an.
So ganz ohne Zweck.
So völlig ineffizient.
Fast schon verdächtig.
Aber genau darin liegt der Zauber.
Diese Menschen erinnern mich daran, dass Nähe nichts mit Dringlichkeit zu tun hat.
Und Verbundenheit nichts mit Nutzen.
Man vergisst sie nicht.
Weil sie nie etwas von einem wollten – außer einen kurzen Moment Aufmerksamkeit.
Echt. Unverstellt. Unbedingt.
Ich sag, wie’s ist.
Und wenn ich ehrlich bin, sind das genau die Menschen, bei denen man sich irgendwann denkt: Gut, dass es dich gibt. Und natürlich bin ich da wenn´s brennt. 24/7



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