"Emotionaler Mehrwert", sagte sie. Und lächelte.
- Christoph

- 3. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Jan.

Nun gut. Jemand meinte:
Das ist wie eine Serie. Wenn es spannend wir, ist die Folge zu Ende oder es kommt Werbung.
Lieber Marco! Nein es kommt keine Werbung. Here we go! 😉
Irgendwie nimmt meine Geldbörse ein wenig viel Raum ein in meinem Blog, aber gut.
Ist halt so. Dann ist aber auch genug über meine Geldbörse!!!!. 😂
Dann war sie also da.
Die Oberverkäuferin.
Nicht laut.
Nicht dominant.
Eher so, als hätte sie das Gespräch schon länger beobachtet und jetzt beschlossen, dass es Zeit ist, einzusteigen. Sie nahm eine der Geldbörsen in die Hand, ließ den Blick kurz darüber gleiten und sagte fast beiläufig:
„Sie lieben diese Farben, oder?“
Keine Frage eigentlich.
Mehr eine Feststellung.
Ich nickte.
Natürlich nickte ich.
„Die Entscheidungen ist sowieso nicht rational“, fuhr sie fort. „Das erzählt man sich nur gern.“
Die Verkäuferin neben ihr schwieg.
Ich auch. Dann ein kurzer Blick zu den anderen Modellen.
„Sicherheitshalber eine zweite – das kann ich verstehen.“
Pause.
Sie sah mich an.
Direkt.
Zu direkt für ein Verkaufsgespräch.
„Aber die erste wird sie nie ersetzen können, oder?“
Da war er.
Dieser Moment, in dem man genau weiß, dass hier gerade etwas anderes gemeint ist –
und trotzdem nachfragt.
„Wie meinen Sie das?“, sagte ich.
Obwohl ich es ahnte.
Sie lächelte.
Nicht breit.
Nicht übertrieben.
„Sie wissen ganz genau, wovon ich rede.“
Ein kurzes Zwinkern.
„Ich sage nur: emotionaler Mehrwert.“
Ich war kurz sprachlos.
Und dachte mir:
Entweder perfekte intuitive Menschenkenntnis
oder eindeutig zu lange im Verkauf tätig.
Vielleicht auch beides.
Irgendwie alles Marketing.
Sie legte die Geldbörsen nebeneinander.
Ganz ruhig.
Ohne Eile.
„Manche Dinge ersetzt man nicht“, sagte sie. „Man ergänzt sie höchstens.“
Wieder dieser Blick.
Dieses winzige Lächeln, das nichts fordert, aber alles andeutet.
Ich lachte leise.
Mehr zu mir selbst als zu ihr.
„Sie machen das nicht erst seit gestern, oder?“, fragte ich.
„Nein“, antwortete sie.
„Aber ich höre gut zu.“
Dann ein Schritt zurück.
Fast schon elegant.
„Und jetzt lassen wir Sie allein mit Ihrer Entscheidung.“
Sie drehte sich um, blieb noch einmal stehen und sagte – ohne sich umzusehen:
„Man erkennt die richtigen Dinge nicht daran, dass man sie braucht. Sondern daran, dass man sie behält.“
Dann ging sie.
Ich stand da.
Mit genau so vielen Fragen wie davor.
Und mit dem Gefühl, dass es hier jetzt eher nicht um Geldbörsen gegangen war.
Wie es ausgegangen ist?
Nun ja.
Sagen wir so: Ich sag, wie’s ist.
Manche Begegnungen bleiben hängen.
Auch ohne Quittung.



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