Ich war jetzt auf einer Party…
- Christoph

- 9. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Players Party, so nennt man das, glaube ich. Die Menschen dort sind wie immer nett, (also das positive nett meine ich) entspannt, freundlich… nur gibt es eben ein einziges Gesprächsthema: das Spiel. Darum hat mir auch eine gute Stunde gereicht.. ich bin müde...Jetzt bin ich vom Rooftop hinunter gefahren und lande direkt in der Lobby. Eigentlich mehr als das. Bar, Café und Lounge in einem. Und genau hier sitze ich jetzt, als ruhigen Ausklang, dann trifft einen plötzlich diese ganz andere Welt. Das Hotel ist faktisch rundherum gebaut.
Die Lobby ist ein riesiges Ding – so groß, dass sie problemlos eine Kleinstadt beherbergen könnte, aber so gedimmt und weich beleuchtet, dass man automatisch die Schultern fallen lässt. Mann kennt´s.
Alle reden leise, niemand hat es eilig, niemand versucht, jemanden zu beeindrucken. Es ist fast so, als hätte das gesamte Hotel kollektiv beschlossen: Heute flüstern wir nur.
Das Licht fällt warm auf die Tische, kleine Tischlampen machen aus jedem Platz so etwas wie eine Mini-Wohnzimmerecke für einen Abend. Die Musik im Hintergrund ist chillig, unaufdringlich, wie eine gute Begleitung, die genau weiß, wann sie still sein muss.
Und obwohl hier viele Menschen sind – und manche davon kennen mich, und nicht zu wenige kenne auch ich – sitze ich so in der Ecke, dass ich perfekt übersehen werden kann. Genau so, wie ich es heute möchte. Ein bisschen cool, ein bisschen müde, ein bisschen „lasst mich einfach nur kurz in Ruhe atmen“.
Ich beobachte still.
Menschen, die gerade erst ankommen und sich mit einem Blick im Spiegel neben der Rezeption selbst versichern, dass sie „präsentabel genug“ sind. Geschäftsleute, die ihren Laptop so zuklappen, als würden sie eine Ära beenden. Reisende, die aussehen, als wären sie aus einem Roman gefallen. Und mittendrin ich – mit einem Tonic ohne Gin – weil ich heute Einfachheit brauche. Und ich denke noch mit einem kleinen Schwätzchen..das wird nicht ausbleiben 😉
Diese großen internationalen Hotels, mit ihren Teppichböden, die jede Bewegung weicher machen, haben manchmal etwas unglaublich Beruhigendes. Man ist anonym und doch nicht allein. Man ist Teil eines leisen, gut geölten Systems, in dem niemand fragt, warum man hier sitzt, solange man freundlich zurücklächelt.
Gleich werde ich in eine andere Schlafstätte fahren – das kleine Boutique-Hotel am Fluss. Auf mein Botel. (Ja, ich wusste auch nicht, dass das so heißt. Hotel + Boot = Botel. Man lernt nie aus.) Dort wiegen mich die kleinen Bewegungen des Wassers in den Schlaf, fast so, als würde der Fluss sagen: „Komm, reicht jetzt, leg dich nieder.“
Und ich sag, wie’s ist:
Es war ein langer cooler Tag – der morgen vermutlich wieder beginnt mit der gemütlichen Ecke in dem Lokal mit dem Doppelnamen.



Wünsche Dir eine schöne Zeit