Nur ein paar Worte.
- Christoph

- 24. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Ich denke komischerweise jetzt schon seit ein paar Tagen über etwas nach,
das viele – wenn nicht alle da draußen – vermutlich entweder sofort erledigen würden
oder gar nicht erst für erwähnenswert hielten.
Ein paar Worte.
Ein kurzer Moment.
Ein „Schick ich halt“.
Und genau da beginnt mein inneres Theater.
Würde.
Hätte.
Könnte.
Ja, ich weiß. Schon wieder der Konjunktiv.
Über den ich mich vor zwei Tagen noch aufgeregt habe.
Ironie kann ich.
Und trotzdem liegt sie da.
Ungeschrieben.
Nicht weil ich nicht weiß, was ich sagen könnte.
Sondern weil ich mir nicht sicher bin,
ob ich es sagen soll.
Vielleicht neige ich zum Overthinking.
Vielleicht berühren mich Worte mehr als andere Menschen es nachvollziehen können.
Oder – und das ist ehrlich gesagt die wahrscheinlichste Erklärung –
ich habe diesen liebevollen Knall, von dem ich immer wieder schreibe.
Diesen Knall, der dafür sorgt,
dass Worte für mich nicht einfach Worte sind.
Sondern Spuren.
Einmal geschickt, sind sie da.
Man kann sie nicht zurückholen.
Nicht relativieren.
Nicht mehr ungesagt machen.
Andere würden sagen:
Ist doch nichts dabei.“
Stimmt.
Dabei ist nichts.
Aber darin vielleicht schon.
Ich merke nämlich:
Bei Dingen, die mir egal sind, denke ich nicht so nach.
Da gibt es kaum Zögern.
Kein Abwägen. Kein inneres Gespräch.
Die passieren einfach.
Oder eben nicht.
Gut - das könnte vermutlich bei jedem Menschen so sein.
Aber hier?
Hier meldet sich etwas.
Leise.
Aber hartnäckig.
Vielleicht ist das kein Overthinking.
Vielleicht ist es Achtsamkeit.
Oder Verantwortung.
Oder einfach das Wissen,
dass Worte manchmal mehr nach sich ziehen.
Und vielleicht – ganz vielleicht –
geht es gar nicht um die Nachricht selbst,
sondern um das, was sie bewirken, oder auch nicht.
Ich sag, wie’s ist:
Wenn mich ein paar Worte mehr als normal beschäftigen,
dann geht es nicht um Höflichkeit.
Dann geht es um Bedeutung.
Und die darf ruhig Zeit brauchen.



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