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Über die unerträgliche Qual… der Wahl


Klingt schlimmer, als es ist. Oder vielleicht auch nicht.

Heute habe ich die Eissaison eröffnet.


Was streng genommen nicht stimmt.

Weil — wenn es nach mir geht — gibt es keine Eissaison.


Dann gibt es einfach… Eis.

Das ganze Jahr.


Und wer mich kennt, weiß: Das ist jetzt keine leere Behauptung.

Ich stehe also da.

Vor dieser Vitrine.


Und merke, wie ein Thema aufkommt, das ich eigentlich schon seit meiner Kindheit kenne:


Die Qual der Wahl.

Ich bin kein Eisfresser.


Also keiner, der sich fünf Kugeln bestellt, nur weil es geht.

Zwei reichen.

Meistens.


Wobei „meistens“ ein dehnbarer Begriff ist.

Es kann auch sein, dass aus zwei Kugeln… zweimal zwei werden.

Oder — in seltenen Fällen — sogar dreimal zwei.


Was dann weniger mit Hunger zu tun hat und mehr mit Unentschlossenheit.


Es gibt ja diese Klassiker.

Zitrone.

Pistazie.

Schokolade.

Stracciatella.


Und an manchen Tagen sogar Vanille.

Was ich selbst nicht immer ganz nachvollziehen kann.


Und während ich da so stehe, merke ich:

Es ist eigentlich immer das Gleiche.

Es gibt nichts Besseres als gutes Eis.

Und nichts Enttäuschenderes als… mittelmäßiges.


Und irgendwo dazwischen versucht man, sich richtig zu entscheiden.

Das kenne ich schon lange.

Sehr lange.


Ich bin ja Generation Wickie, Slime und Piper.

Piper — dieses Drücktüten-Quetscheis, das man nicht isst, sondern eher… herausarbeitet.


Und ja — ich mag auch Wassereis.

Je nach Ort.


Als Kind im Strandbad an der alten Donau in Wien.

Oder später — ein bisschen erwachsener —

in diesen leicht übertrieben schönen Strandbädern an der Adria,

die irgendwie immer noch so tun,

als wäre die Monarchie nie ganz weggegangen.


Dort passt es hin.

Dieses Eis.

Dieses Gefühl.


Ein bisschen Kindheit.

Ein bisschen Sommer.

Ein bisschen egal.


Und ich merke, wie ich im Urlaub anfange, Eissalons zu speichern.

Fotos zu machen. Mir zu merken, wo es gut war.


Als würde ich mir kleine Referenzpunkte anlegen.

Für später.

Für irgendwann.


Und während ich da heute so stehe, mit meinen zwei Kugeln — von denen ich noch nicht ganz überzeugt bin — kommt mir ein Gedanke.


Dass es eigentlich nie nur ums Eis geht.

Sondern um dieses Gefühl, sich entscheiden zu müssen.

Zwischen Dingen, die alle irgendwie gut sind.

Und bei denen man trotzdem glaubt, man könnte sich falsch entscheiden.


Und vielleicht ist genau das der Punkt.

Dass wir oft so tun, als wäre jede Wahl endgültig.

Dabei ist sie es gar nicht. Zumindest nicht immer.


Solange es um Eis geht, kann man sich irren.

Kann man ja wechseln. Das schadet niemanden.

Außer vielleicht dem Magen, wenn man es am Tag öfter tut.

Das ist das Schöne daran.


Ich sag, wie’s ist:

Solange es „nur“ um Eis geht, darf man sich ruhig einmal falsch entscheiden.

 
 
 

1 Kommentar

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Sarah
vor einem Tag
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Guten Morgen! Ja ich kenne das...Eis ist was Leckeres! Du bist sicher auch aufgewachsen mit "Bananensplit" und "heißer Liebe" , oder? Hab du einen tollen Tag. Und geniesse dein Eis. Welche Kugeln es immer auch werden 🍦

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