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Netflix, wir müssen reden. Aber bitte nicht per Code


Aus gegebenem Anlass.

Heute muss ich mal über einen Streaminganbieter schreiben.

Normalerweise nenne ich keine Namen.

Also: Es handelt sich um Netflix.😂


Und jetzt etwas völlig Neues für mich – ich habe noch nie😂 einen Text so begonnen:

Wer mich kennt, der weiß, ich brauche manchmal am Abend einen Ausgleich.

Irgendetwas, um das Viele im Kopf ein wenig zu ver- oder zumindest zu zerrstreuen.

Kein großes Kino.

Kein Anspruch.

Einfach Berieselung mit Serienbudget.


Also hinein in besagten Streamingdienst vor ein paar Tagen.

So gegen 22:30, nachdem ich meinen Blogtext hochgeladen habe.

Ich sitze da, bereit für seichten Eskapismus –

und Netflix sitzt offenbar auch da.

Mit erhobenem Zeigefinger.


Netflix teilt mir nämlich in der Sekunde mit, dass es sich nicht ganz sicher ist, ob das hier mein Account ist.

Warum sie sich nicht sicher sind. Das soll mal wer verstehen, bei immer gleichbleibender IP. Aber – wie gnädig! – man ist heute nicht so.

Ich darf mir für 14 Tage weiterhin Inhalte ansehen.

Wenn ich mir einen Code hole.

Und ihn eingebe.

Und bestätige.


Hallo?

Das ist mein Account.

Ich zahle dafür.

Jeden Monat.

Ich habe extra nachgesehen: 13,99 Euro.


Und ja, Netflix ist der größte Streaminganbieter.

Wobei „größte“ im Marketing bekanntlich nichts bedeutet.

Das ist ungefähr so präzise wie:

„Ich hab um ein Hauseck mehr zu tun als du.“

Marketing würde fragen: Wie groß ist das Hauseck?

Aber gut. Lassen wir das.


Zurück zu Netflix.

Ich darf also gnadenhalber noch 14 Tage schauen.

Danke dafür. Wirklich.

Du bestimmst also, wie lange ich darf, aber zahlen muss ich fix.

Geht’s noch?


Und ich werde auch gar nichts tun.

Ich ändere kein Passwort.

Ich lösche nichts.

Ich schaue zu.

Wie in einer guten Serie.


Und nein, Netflix, du schreibst mir nicht vor, wo mein Haushalt ist und wo sich die Geräte aufhalten und wer schaut. Das geht dich – wie sagt man so schön – gar nichts an.🙂


Ich warte jetzt einfach diese 14 Tage.

Mal sehen, ob es ihn dann überhaupt noch gibt.

Oder ob ich eventuell verdächtig bin, weil ich von Crime- und Tierdokus über Serien bis zu Schnulzen alles schaue - wenn ich schaue- und das ein Grund für eine netflixseitige Kündigung wäre.


Nicht vielleicht, weil dem Chairman Reed Hastings mein Streaming-Verhalten gegen den Strich gehen würde, sondern weil es nur die Befolgung einer Anordnung des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten ist, der gestern wieder mal einen Fiebertraum hatte. 🤪


Eines steht jedenfalls fest:

Die 13,99 Euro werden wieder abgebucht.

Ob das auffällt – bei über 300 Millionen Abos?


Man muss Netflix lassen:

Sie nennen es Sicherheit.

Ich nenne es digitales Misstrauen mit Monatsrechnung.

Man zahlt, wird verdächtigt, und darf dankbar sein,

dass man vorübergehend weiter Kunde sein darf.


Customer Relationship nennt man das heute. Früher hätte man gesagt:

„Wir trauen dir nicht, aber dein Geld nehmen wir trotzdem.“

Ich sag wie’s ist

Wenn mir ein Dienst erklärt,

dass ich vielleicht nicht ich bin,

aber trotzdem zahlen soll,

dann ist das keine Technologie.

Dann ist das Kabarett.


Und ganz ehrlich:

Sollte Netflix diesen Text irgendwann lesen – bitte nicht kündigen.😉

Ich bin ja noch in der 14-Tage-Gnadenfrist. Und wenn doch, ich hab noch andere....😉

 
 
 

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